Bald neue Verbraucher- Märkte in Helmstedt
Helmstedt Der Stadt Helmstedt liegen Anfragen von Investoren vor, die an drei verschiedenen Standorten Verbraucher-Märkte bauen möchten.
Verbraucher, die in Helmstedt und Nachbargemeinden wohnen, bekommen demnächst eine noch größere Auswahl an Supermärkten. Der Investor, der auf dem Gelände zwischen Braunschweiger Straße und Harsleber Tor in Helmstedt einen großen Lebensmittelmarkt bauen möchte, steht in den Startlöchern. Planerisch will die Stadt nun die Grundlagen dafür legen, dass die Innenstadt mit dem Projekt belebt wird.
Der Wirtschaftsausschuss begrüßt das Projekt sehr, das war am Mittwoch einhellige Meinung in der öffentlichen Sitzung. Das Vorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Posthofs muss deswegen noch einmal durch die Ratsgremien gehen, weil neben dem Vollsortiment für Lebensmittel auch ein Drogeriemarkt entstehen soll. Die erweiterte Angebotspalette mit Bauleitplänen und Einzelhandelskonzept abzugleichen, ist nun Aufgabe des Rates.
Auch an der Marientaler Straße gibt es Bewegung: Ein Elektrofachmarkt mit rund 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche möchte sich dort ansiedeln. Welche Kette ihn betreiben soll, blieb in der öffentlichen Sitzung geheim.
In der Lesart der Verwaltung entspreche die Ansiedlung eines Elektrofachmarkts der bereits seit 2007 festgeschriebenen Intention zur Entwicklung auch der Marientaler Straße als Handelsachse.
„Ja, das brauchen wir! Es bindet Kaufkraft in Helmstedt“, lautete die Meinung der Sprecher aller Fraktionen. Zu unterscheiden zwischen Unterhaltungselektronik, Fotografie, Telekommunikation und EDV-Bedarf – so wie im Einzelhandelskonzept festgelegt – sei angesichts der rasanten Entwicklung der Technik heute nicht mehr zeitgemäß. Demzufolge müsste das Handelskonzept dahingehend geändert werden, die Sortimentsbegrenzung für den Stadtrand zu lockern.
Beim dritten Standort für eine Gewerbeansiedlung an der Emmerstedter Straße scheiden sich jedoch die Geister. Ein Investor habe Interesse, sich mit Discounter, Getränkemarkt, Tierfutter- sowie einem Billigpostenmarkt dort zu positionieren, berichtete Bürgermeister Wittich Schobert. Und: „Wir werden es wohl kaum verhindern können!“ Es sei denn, man überarbeite das Einzelhandelskonzept und lasse die Neufassung am besten von externen Fachleuten begleiten, damit Festsetzungen in Bauleitplänen einer rechtlichen Prüfung standhalten.
FDP-Ratsfrau Petra Schadebrodt sagte daraufhin: „Ich bin entsetzt. Das Bekenntnis zur Innenstadt ist nichts mehr wert.“ Hinsichtlich der Ansiedlung weiterer Handelsmärkte fand Ausschussvorsitzender Michael Gehrke (SPD) den Kompromiss, dass sich der Verwaltungsausschuss die Situation an der Emmerstedter Straße noch einmal genau ansehen möge, ehe dem Investor voreilig grünes Licht gegeben werde.

