Atomstreit spaltet die Experten
Bundesamt für Strahlenschutz stellte sich mit Infomobil den Fragen der Helmstedter
HELMSTEDT. Mitarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) informierten gestern interessierte Bürger auf dem Helmstedter Wochenmarkt über die derzeitige Situation der Atommüllendlager Morsleben und Asse.
Johanna Jansen, Leiterin der Informationsstelle Morsleben, berichtet über den Verlauf des atomrechtlichen Planfeststellungsverfahrens zur Schließung des Endlagers Morsleben: "Nach Plänen des BfS sollen die derzeit eingelagerten Behälter dort verbleiben, da unserer Ansicht nach der Sicherheitsnachweis für dieses Endlager erbracht wurde. Die unterirdischen Lagerräume werden zu 75 Prozent mit Salzbeton gefüllt und die Einlagerungen eingeschlossen."
Wie es tatsächlich um diesen Sicherheitsnachweis steht, wird das sachsen-anhaltinische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt im weiteren Laufe des Planfeststellungsverfahrens entscheiden.
Berücksichtigen wird das Ministerium hierbei die mehr als 12 000 Sammel- und 80 Einzeleinwendungen, die Bürger im vergangenen Jahr nach einer öffentlichen Auslage der Pläne vorbrachten. Viele Kritiker sehen die Langzeitsicherheit der Anlage als nicht gegeben an.
Andreas Fox von der Bürgerinitiative gegen das Atommüllendlager Morsleben äußerte seine Bedenken: "Die Sicherheitsberechnungen basieren auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Wir halten dies für fragwürdig. Auch befinden sich Abfälle in der Anlage, die dort nicht reingehören. Beispielsweise hochradioaktives Radium. Dies hat zwar eine geringe Halbwertszeit, muss aber vor einer Schließung auf jeden Fall raus."
Dennoch lobte Fox die Öffentlichkeitsarbeit des Bundesamtes: "Wir begrüßen, dass das BfS im Gegensatz zu früher heutzutage doch eine relativ offene Informationspolitik fährt."
Solch ein Langzeitsicherheitsnachweis konnte für das Atommüllendlager Asse nicht erbracht werden. Seit Januar 2009 ist das BfS als neuer Betreiber mit der Stilllegung der Anlage beauftragt. "Im Verlauf des Planfeststellungsverfahrens standen drei Alternativen zur Auswahl. Derzeit ist die vollständige Abfallrückholung aus der Asse die favorisierte Variante", erklärt Ingo Bautz, Leiter der Informationsstelle Asse. sp
