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Braunschweig

Zug der Erinnerung hält zum zweiten Mal

Im Gästebuch der Ausstellung Kommentare tiefer Erschütterung über das Schicksal der deportierten Kinder

Harald Duin

Der "Zug der Erinnerung", der über die in der NS-Zeit deportierten und ermordeten jüdischen Kinder informiert, hat noch einmal für drei Tage auf dem Braunschweiger Hauptbahnhof gehalten. Zu groß war der Andrang beim ersten Aufenthalt gewesen. Einmal mussten etwa 300 Besucher mussten wegen Überfüllung des Zuges weggeschickt werden, wie der örtliche Veranstalter, der DGB Braunschweig, mitteilt.

Warum wühlt gerade diese Ausstellung die Menschen auf? Weil sie ausschließlich die gequälten und ermordeten 12 000 Kinder in den Mittelpunkt stellt. Insbesondere erschüttern Texte und Fotos.

Erinnert wird in der Ausstellung daran, dass etwa eine Million anderer junger Menschen mit Zügen der Deutschen Reichsbahn in die Konzentrationslager geschafft worden sind.

Der "Zug der Erinnerung", ein Projekt deutscher Bürgerinitiativen, enthält Dokumente nicht mehr zu steigernder Unmenschlichkeit. Das Projekt präsentiert Fakten, die keiner wegreden kann. Die Reichsbahn stellte sich damals in den Dienst der Verschleppung und Vernichtung. Viele der todgeweihten Kinder warfen während der Deportationen auf Papierfetzen letzte verzweifelte Botschaften nach draußen.

Was die Ausstellungsbesucher fühlen, spiegelt sich in vielen Eintragungen des Gästebuches wider: "In diesem Zug kommen einem die Tränen". Ein anderer, 1944 Geborener, schreibt: "Es ist schwer, das Gesehene zu verkraften, vor allem deshalb schwer, wenn man Kind eines solchen Täters ist." Typisch auch folgende Eintragungen: "Das das alles ist in ’meinem’ Land passiert – beschämend". Und: "Der Zug sollte durch die ganze Welt fahren."

Wie anderswo haben in Braunschweig zahlreiche Schulklassen den "Zug der Erinnerung" besucht Auch in Braunschweig haben sich Besucher in die Liste derer eingetragen, die gegen die Deutsche Bahn AG protestieren. Hintergrund: Das Unternehmen verlangt von den Initiatoren des Zuges der Erinnerung Geld für die Benutzung der Schienen, für Zwischenstopps und Stromabnahme. Nach Angaben der Initiatoren verlangt die Deutsche Bahn 50 000 bis 60 000 Euro.

Am 8. Mai dieses Jahres, dem Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, wird der Zug in Auschwitz Station machen.

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Veröffentlicht: 03.02.2008 - 22:00 Uhr
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