Zirkus verspricht: Wir kommen wieder
Braunschweig Leser und Tierschützer protestierten gegen die Tierhaltung im Winterzirkus – Die Direktorin nimmt jetzt Stellung.
Zweimal noch geht heute und morgen der Vorhang auf, dann bricht der Weihnachtszirkus auf dem Schützenplatz seine Zelte ab. Doch schon jetzt ist sicher: Der Zirkus kommt im nächsten Jahr wieder. „Wir haben fest vor, noch ganz oft zur Weihnachtszeit nach Braunschweig zu kommen, denn das Publikum ist hier großartig“, sagt Zirkus-Leiterin Liane Köllner-Weisheit begeistert. „Jede Vorstellung war gut besucht und die Zuschauer haben uns spüren lassen, dass wir willkommen sind“, fasst sie zusammen.
Die Proteste im Internet und in Leserbriefen in unserer Zeitung gegen die Tierhaltung im Zirkus kann sie nicht verstehen. „Jeder der uns besucht, sieht, wie unsere Tiere untergebracht sind und dass sie sich bei uns wohlfühlen“, erklärt sie. „Viele der Tiere sind bei uns geboren und mit uns und unseren Kindern gemeinsam aufgewachsen“, so die Artistin. „Die Tiere sind, wie bei anderen Familien der Hund oder die Katze, Teil unserer Familie und werden auch genauso betreut“.
Dass an zwei Tagen Aktivisten der Tierschutzorganisation PETA vor ihrem Eingang Handzettel verteilten, auf denen sie die Zirkusfamilie als Tierquäler bezeichneten, habe sie schwer getroffen. „Die Zuschauer haben sich davon aber nicht abschrecken lassen, im Gegenteil. Viele sind danach zu mir gekommen und haben mir Mut gemacht, auf solche Menschen nicht zu hören.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte PETA-Sprecher Peter Höffken, dass ihrer Ansicht nach wilde Tiere nicht in den Zirkus gehören: „Viele Städte haben deswegen schon ein Wildtierverbot ausgesprochen, von der Stadt Braunschweig hat auf unsere Kritik jedoch niemand reagiert.“ Stadtsprecher Rainer Keunecke erklärte, dass rein rechtlich die Haltung von Wildtieren im Zirkus nicht verboten sei. Die Veterinärabteilung der Stadt habe die Tierhaltung des Weihnachtszirkusses bei seinem Gastspiel vor einem Jahr überprüft. „Dabei ergaben sich keine Beanstandungen. In der Folgezeit hat der Zirkus 17 weitere Kontrollen anderer Veterinärbehörden ebenfalls ohne Beanstandungen absolviert.“ Der Verwaltung sei bekannt, dass in einigen Städten Ratsbeschlüsse existierten, die Gastspiele von Zirkussen mit Wildtieren auf städtischem Gelände untersagen. Dagegen hätten Zirkusbetriebe jedoch erfolgreich geklagt. Die Eingriffsmöglichkeiten der Stadt beschränkten sich daher darauf, die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bedingungen zu überprüfen – und das habe man PETA auch mitgeteilt.
