Warum furzende Kühe schlecht fürs Klima sind
Braunschweig Der Comedian Dieter Nuhr spielte am Freitagabend in der ausverkauften Stadthalle „Nuhr unter uns“.
Nuhr unter uns“ – von wegen. Obwohl der Comedian erst vor wenigen Wochen in Wolfsburg gespielt hatte, war die Stadthalle am Freitagabend ausverkauft. Privates Stelldichein? Fehlanzeige.
Wer weiter hinten saß, musste dementsprechend lauschen und verpasste vielleicht auch die ein oder andere Pointe, denn Nuhr ist keiner, der langsam spricht.
Der Comedian ist ein Wortkünstler, ein Schnellredner, ein Mann der flinken Zunge. Luft holen muss er dabei anscheinend deutlich weniger als andere, was das Publikum in eine gewisse Atemlosigkeit versetzt. Kurz einmal nicht aufgepasst – zack, die Pointe verpasst!
Ganz so schlimm ist das dann aber doch nicht, denn Nuhr redet sowieso alle paar Minuten über etwas anderes. Gerade noch erklärt er uns die Klimakatastrophe, zack, sind wir bei den Latte Macchiato trinkenden Chinesen. Wenige Sekunden später: die Paarungsrituale der Rotbauchunken.
Wenige deutsche Comedians stehen wie Nuhr bereits 20 Jahre auf der Bühne und sind dabei so erfolgreich. Klar ist: Der Düsseldorfer hebt sich immer noch positiv von Kollegen wie Mario Barth ab, dem bekanntermaßen kein Witz zu flach ist. Nuhr ist schlau und belesen – und das merkt man auch.
Er kennt sich aus mit den neuesten Entwicklungen auf Facebook – und ist dabei aber inzwischen auch alt genug, um mit dem älteren Publikum über Teenager zu lachen, die nicht mehr wissen, wie man sich früher ohne Handy verabreden konnte. Warum wir ihm dabei so gerne zuhören? Weil er all diese Nichtigkeiten und Weltweisheiten verbal so gut verpackt, dass man dabei Tränen lacht. Und, noch viel wichtiger, weil er seinem Publikum zwischen all den Witzeleien über Weltwirtschaftskrise und Pleitegriechen immer wieder dieselbe Botschaft überbringt: Genießt das Leben. Seid lockerer, denn dann habt ihr auch mehr Spaß. Und wer Nuhr da auf der Bühne sieht, wie er flachst und vor Charme nur so sprüht, der will ihm das nur zu gern glauben.
Aus unerfindlichen Gründen hat Nuhr sein aktuelles Programm jedoch auch mit Sprüchen jenseits der Gürtellinie angereichert. Ob es daran liegt, dass er zu oft auf der Bühne steht? Fest steht: das Niveau ist gesunken. Auch Nuhr bedient sich nun aus der Klamauk-Kiste, reißt Witze über Sex und Frauen, schockt vor allem das ältere Publikum mit pöbeligem Vokabular und schafft es auch nicht mehr, den Abend unterhaltsam mit einem knackigen Schluss zu beenden.
