VW lobt Preis für Respekt und Toleranz aus
2012-02-22T13:41:17+0100Braunschweig VW in Braunschweig hat den „Sally-Perel-Preis“ für Respekt und Toleranz ins Leben gerufen. Zielgruppe sind Schüler und Auszubildende.
Auf Initiative des Betriebsrats hat VW in Braunschweig den „Sally-Perel-Preis“ ins Leben gerufen. Der Preis soll nächstes Jahr zum ersten Mal vergeben werden. Der Preis wird nach den Sommerferien 2012 ausgeschrieben. Jugendliche aus Schulen, Vereinen und Betrieben können sich mit Projekten für Toleranz und Respekt bewerben.
Am Mittwoch wurde der Preis offiziell der Presse vorgestellt. Zu diesem Anlass war Sally Perel persönlich nach Braunschweig gekommen. Der in Peine geborene 86-Jährige ist durch sein Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“, das auch verfilmt wurde, international bekanntgeworden. Als Jude hat er die Zeit des Nationalsozialismus als Mitglied der Hitlerjugend überlebt. Perel zog nach Kriegsende nach Israel, wo er noch immer lebt. Regelmäßig unternimmt er Lesereisen in Deutschland, erzählt in Schulen über seine Erfahrungen als „Hitlerjunge“. „Die Gespräche mit Jugendlichen sind meine Strategie gegen das Vergessen“, erklärt Perel.
Mit 18 Jahren hatte Perel eine Lehre zum Werkzeugmacher im damaligen Volkswagen-Vorwerk in Braunschweig begonnen. Bis Kriegsende war er mit weiteren Lehrlingen auf dem Gelände an der Gifhorner Straße kaserniert. „Ich lebte in der Haut des Feindes, immer in der Angst, entdeckt zu werden“, so der Holocaust-Überlebende. In dem gleichen Gebäude, in dem nun der Preis ins Leben gerufen wurde, wurde Perel als Jugendlicher einst von den Nazis in „Rassenlehre“ unterrichtet. „Wenn ich hier zu Besuch bin, sind diese Erinnerungen dabei“, sagte Perel. Eine Gedenktafel im Hof erinnert an seine Zeit unter falschem Namen als Lehrling im Werk.
Die Benennung des Preises für Respekt und Toleranz habe ihn tief bewegt, sagte Perel in der Pressekonferenz, er empfinde sie als „Krönung meiner langjährigen Tätigkeit“. Mathias Möreke wiederum, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei VW in Braunschweig, dankte Perel: „Niemand verkörpert Respekt und Toleranz so gut wie Sally Perel.“ Personalleiter Sebastian Patta ergänzte: „Bei uns im Werk sind Menschen aus mehr als 20 Nationen beschäftigt. Mit dieser Vielfalt stehen wir ohnehin für Respekt und Toleranz. Sally Perel ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die sich selbst im hohen Alter mit großem Engagement für Respekt und Toleranz einsetzt. Das ist der Grund, warum dieser Preis seinen Namen trägt.“




