Vom Brocken bis nach Sylt
"Friends For Life" sammelten mit Südafrikanern auf 600 Kilometern 15 000 Euro
Schwarz und weiß gemeinsam, vom Brocken bis nach Sylt. 600 Kilometer in zehn Tagen liefen Athleten von "Friends For Life" aus Braunschweig mit Läufern aus Südafrika. Nun steht fest: 15 000 Euro sind unterwegs für gute Zwecke zusammen gekommen.
Jeden Tag anderthalb Marathon-Distanzen, das schlaucht gewaltig. Doch für die vier Aktiven aus Südafrika und die sechs Extremsportler von "Friends For Life" hatte sich der Riesen-Kraftakt gelohnt. "Die Nachhaltigkeit des Projekts ist fast noch mehr wert, als die 15 000 Euro", erzählt Michael Kumpe, zweiter Vorsitzender des Vereins.
In den Köpfen habe sich etwas bewegt, freut sich der 50-Jährige. Weitere Projekte seien in den Etappenstädten angestoßen worden. Projekte, mit denen soziale Missstände in beiden Ländern bekämpft werden sollen. Das Geld aus der "Northern Superlatives Tour", wie sich der Lauf nannte, kommt je zur Hälfte Kinder und Jugendprojekten in Deutschland sowie einem Hilfs-Programm für Straßenkinder und AIDS-Opfer in Südafrika zugute.
Die spektakuläre Aktion hat einen langen "Vorlauf". Vor einem Jahr reisten Mitglieder der Braunschweiger Gruppe nach Südafrika. In dem noch immer von der Apartheid geprägten Land liefen sie für wohltätige Zwecke bei bis zu 60 Grad Hitze – 500 Kilometer in acht Tagen. Mit den Gastgebern in einem Haus übernachten, das ging nicht. Noch zu tief sind die Gesetze der Rassentrennung in den Köpfen verankert.
Beim "Rückspiel" in Deutschland lief es schon lockerer ab. Da wurde gemeinsam in Turnhallen, Zelten und einer Jugendherberge übernachtet, auch mal aus einer Flasche getrunken. Trotz der körperlichen Beanspruchung liefen die Afrikaner singend in die Etappenstädte ein.
Dort sammelten kooperierende Schulen und Sportvereine mit unterhaltsamen Aktionen Spenden. So auch in Braunschweig, wo 300 Kinder der müden Gruppe auf den letzten zwei Kilometern bis zum Kohlmarkt Unterstützung leistete.
"Wir haben immer noch einiges nachzubereiten und müssen regenerieren", sagt Kumpe. Und wer weiß: Vielleicht gibt es in Zukunft mal eine "Southern Superlatives Tour"...
