Verkehrs-AG will drei zusätzliche Straßenbahnen bestellen
Braunschweig Die Verkehrs-AG will mehr Straßenbahnen als geplant bestellen – 18 statt 15. Ein Antrag auf Fördergelder liegt bereits beim Land Niedersachsen.
Verkehrs-AG-Vorsitzender Georg Hohmann ist optimistisch, dass die Fördergelder gewährt werden, um den Anteil von Niederflurbahnen in Braunschweig zu erhöhen. Hohmann betonte: „Die Bestellung von drei zusätzlichen Bahnen steht nicht im Zusammenhang mit der diskutierten Verlängerung der Trasse durch Volkmarode.“
Laut Verkehrs-AG-Aufsichtsratsvorsitzendem Carsten Müller „hat der Aufsichtsrat der Sechs-Millionen-Investition zugestimmt, um das Durchschnittsalter der Bahnen von 40 auf 32 Jahre zu senken, Energie zu sparen und den Fahrgästen mehr Komfort zu bieten“.
Denn alle Bahnen, wie auch die neuen Busse, werden klimatisiert sein. Damit steigt das Auftragsvolumen an den polnischen Straßenbahn-Hersteller Solaris auf „insgesamt rund 39 Millionen Euro“, so Hohmann.
Die Verkehrs-AG hatte sich schon beim Kauf der ersten 15 Bahnen die Option offen gehalten, drei weitere Bahnen bestellen zu können. Die Option wurde nun gezogen. Die ersten Bahnen sollen 2014 geliefert werden.
Angesichts gestiegener Fahrgastzahlen überarbeitet die Verkehrs-AG außerdem die Bestellung von neuen Bussen. Hohmann: „Wir wollten im Jahr 2013 eigentlich nur zehn kurze Solobusse und keine langen Gelenkbusse kaufen. Die Ausschreibung macht es aber möglich, dass – so der Preis stimmt – auch Gelenkbusse gekauft werden können.“ Die Verkehrs-AG will nächstes Jahr zehn neue Busse kaufen, um die letzten Altfahrzeuge nach Euro-2-Norm aus dem Verkehr zu ziehen. 2013 soll außerdem das Jahr werden, in dem die ersten zwei Elektrobusse durch Braunschweig rollen. Das Projekt „Emil“, Abkürzung für Elektromobilität mittels induktiver Ladung, soll im Sommer mit einem ersten Kurz-Bus auf der Ringlinie M19 starten. Ende des Jahres, so Hohmann, „soll zusätzlich ein Elektro-Gelenkbus in Dienst gestellt werden“. Zur Fahrgastzahl-Entwicklung meint Hohmann: „Angesichts des Wachstums ist es wichtig, das Erreichte zunächst zu sichern.“
Dazu sollen auch weitere Investitionen beitragen. Hatte die Verkehrs-AG seit 2001 rund 236 Millionen Euro investiert, so kündigte Hohmann bis zum Jahr 2016 weitere 80 Millionen Euro an.
Erhebliche Mittel werden in die Sanierung des Straßenbahn-Netzes fließen. Schienen erneuert werden auf den Strecken: Wolfenbütteler Straße und Leonhardstraße, aber auch Hamburger Straße, Wendenstraße und Stobenstraße.
Fakten:
Straßenbahnen
Die Verkehrs-AG verfügt über 49 Triebwagen und 26 Beiwagen. Im Mai 2012 sind 15 Bahnen bei Solaris in Polen bestellt worden. Die Bestellung soll um drei Bahnen erhöht werden. Jungfernfahrt soll August 2014 sein.



