Studenten wollen mit Papierflieger Weltrekord aufstellen
Braunschweig Einen Papierflieger basteln – das hört sich nach Spaß an, ist aber für 25 Braunschweiger Studenten eine ernste Sache. Am Freitag wollen sie das größte Papierflugzeug der Welt fliegen lassen.
Schaffen die Studenten der TU Braunschweig es, wäre ihnen ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicher. Seit zwei Wochen bauen die Studenten aus vielen Rollen Papier und über 200 Tuben Klebstoff den Flieger mit einer Spannweite von 15 Metern. Tobias Groth (24), der Luft- und Raumfahrttechnik studiert, erzählt davon im Interview „Drei Fragen, drei Antworten“.
Kann man sich das Projekt für das Studium anrechnen lassen oder ist es einfach nur ein Kindheitstraum?
Groth: „Wann hat man mal die Chance dazu, an so etwas teilzunehmen? Es ist ein schönes Erlebnis und wir erfahren auch direkt ein bisschen Praxisbezug. Gerade jetzt in der Endphase haben wir aber richtig viel Arbeit. Denn bislang haben wir nur die äußeren Flügel. Die Tragfläche ist bis jetzt einfach nur ein Balken, der rechts und links jeweils einen Knick hat, an die dann die schrägen Flügel kommen.“
Welches spezifische Wissen braucht man, um den Superflieger zu konstruieren?
Groth: „Wir wenden viel an, was wir in Leichtbau oder Aerodynamik gelernt haben. Mit einem bestimmten Programm haben wir erst die Größe und die Form des Flugzeugs errechnet und geschaut, welche Kräfte wirken. Wir haben auch überlegt, ob wir es mit einer fliegenden Platte oder mit einem richtigen Flugzeugprofil mit Tragflächen versuchen. So etwas ergibt sich nicht einfach so, wir haben mehrere Anläufe gebraucht. Jetzt stellen wir immer wieder fest, dass wir auch einiges hätten anders machen können.“
Wie weit und schnell fliegt der Riesenflieger?
Groth: „Das kommt auf den Abwurf an. Wir sind optimistisch von 3 bis 5 Metern pro Sekunde ausgegangen, so dass wir 30 Meter schaffen könnten. Weil das Flugzeug schon gut acht bis zwölf Kilo wiegt, muss beim Werfen schon einiges dahinter sein. Zu schnell darf aber auch nicht beschleunigt werden. Damit es ein Einzelner werfen kann, haben wir im Mittelflügel noch eine Verstärkung eingebaut. Sonst würde das Flugzeug in der Mitte auseinanderbrechen.“

