Spannende Geschichten bis tief in die Nacht
Braunschweig Mit Schlafsack und Kuschelkissen schliefen 20 Kinder am Freitag bei der ersten Lesenacht im Jugendzentrum Drachenflug.
Im großen Bewegungsraum des Jugendzentrums Drachenflug wird normalerweise getobt, getanzt und geturnt. Aber am Freitagabend ist es hier ganz ruhig und leise. Für eine Nacht hat sich der Bewegungsraum in eine gemütliche Lesehöhle verwandelt.
Die große Deckenbeleuchtung ist ausgeschaltet, nur ein paar Lichterketten brennen. Ruckzuck haben die Kinder ihre Schuhe ausgezogen und es sich auf der weichen Sportmatte bequem gemacht. In Kissen gekuschelt lauschen sie der Stimme von Vorleserin Yvonne Kamermann.
Die Mädchen und Jungen sind ganz still und verfolgen aufmerksam die spannende Geschichte über den zwölfjährigen „Percy Jackson“, der erfährt, dass er der Sohn des griechischen Gottes Poseidon ist. Nur wenn Kabarettistin und Theaterpädagogin Kamermann ihre Stimme verstellt und krächzend die unheimliche Medusa spricht, kichern ihre Zuhörer vergnügt.
Bei den 20 Kindern im Alter zwischen sieben und 14 Jahren kommt die erste Lesenacht im Jugendzentrum Drachenflug gut an. Sechs Vorleser hauchen ihren Helden aus Fantasy-Romanen wie „Artemis Fowl“ und „Die Tribute von Panem“ oder lustigen Kinderbüchern wie „Gregs Tagebuch“ oder „Winter im Mumintal“ Leben ein.
„Mit der Lesenacht wollen wir den Kindern ein besonderes Ambiente bieten und dabei die Lust am Lesen wecken. Außerdem ist so eine Übernachtung ein tolles Gemeinschaftserlebnis für sie“, erklärt die Leiterin des Jugendzentrums Diana Ahrens.
Um 21 Uhr wird schließlich das letzte Buch zugeschlagen. Für sieben Kinder geht die abenteuerliche Lesenacht aber noch weiter – sie schlafen heute im Jugendzentrum. Der siebenjährige Daniel ist dafür bestens ausgestattet: Er hat Isomatte, Schlafsack und Kuschelkissen dabei. „Ein bisschen aufgeregt bin ich aber schon“, sagt er. Er hat zwar schon mal bei einem Freund übernachtet, aber auf der Sportmatte im Bewegungsraum zu schlafen, ist für ihn ein kleines Abenteuer.
Und wenn das Heimweh doch zu groß wird? „Dann geh ich einfach zu Miriam“, grinst er und zeigt auf seine große Schwester, die auch im Drachenflug übernachtet.
