Logo
Braunschweig

Schläger im Bus müssen sich vor Gericht verantworten

20-Jährige und ihr Begleiter sollen frühere Mitschülerin verletzt haben – Immer mehr Kameras zur Überwachung

Ann Claire Richter

Anfang September werden sich eine 20-Jährige und ein 24-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten müssen, weil sie im November vergangenen Jahres in einem Bus auf eine frühere Mitschülerin eingeschlagen haben sollen.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, da außer einem Studenten im Bus niemand dem Opfer zu Hilfe kam. Auch der Busfahrer sei laut Zeugen nicht eingeschritten. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Fahrer ein Verfahren wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung eingeleitet. "Die Ermittlungen ruhen derzeit, da wir erst den Verlauf der Verhandlung gegen die beiden mutmaßlichen Täter abwarten wollen", erklärte gestern auf Anfrage Klaus Ziehe, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Vorfall hatte sich am Mittag des 17. November 2008 in einem Bus der Linie M 11 ereignet. Nach Zeugenangaben und den Ermittlungen der Polizei stellt sich der Fall wie folgt dar: Der 24-Jährige und seine Begleiterin hätten ihr Opfer beleidigt, bespuckt und schließlich mit Fäusten auf es eingeschlagen. Die Frau erlitt dabei auch Schädelprellungen.

Ein Student, der dem Opfer zu Hilfe kommen wollte, sei von dem 24-Jährigen ebenfalls mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Beim Verlassen des Busses sei das Opfer von der 20-Jährigen noch mit dem Tod bedroht worden, wenn man sich erneut wiedersähe, schreibt das Amtsgericht in einer Mitteilung. Die Täter entkamen schließlich unbehelligt.

Offenbar sei ein persönlicher Konflikt Ursache der Schläge gewesen, so die Polizei. Das Opfer hatte die Ermittler auch auf die Spur der Täter gebracht.

Die Verkehrs AG hatte nach dem Vorfall angekündigt, alle Busse und Bahnen mit Videokameras ausstatten zu wollen. "Und wir setzten das auch um", betonte Geschäftsführer Georg Hohmann gestern auf Anfrage. Von den 140 Bussen seien rund 70 ausgerüstet, von den 40 Bahnen etwa 30.

"Allein in der vergangenen Woche haben wir zehn Kameras installiert", so Hohmann. Kostenpunkt je Stück: rund 2500 Euro. Lediglich Busse und Bahnen, die demnächst aus dem Verkehr gezogen würden, würden nicht nachgerüstet.

Die Verkehrs AG will die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abwarten, bevor sie gegebenenfalls Maßnahmen gegen den Fahrer ergreift. "Zugegebenermaßen hat er in der Aufregung die Überfall-Taste nicht gedrückt. Aber man sollte auch bedenken, dass er zunächst das Fahrzeug sichern und am Straßenrand zum Stehen bringen musste und – da es sich um einen Gelenkbus handelte – einen weiten Weg nach hinten hatte, wo sich der Vorfall abspielte", erklärte Hohmann.

Die Gerichtsverhandlung gegen die 20-Jährige und ihren damaligen Begleiter findet am 3. September im Amtsgericht statt.

Anzeige
Zum Artikel
Veröffentlicht: 06.08.2009 - 10:00 Uhr
+ - Textgröße drucken
Fotos & Videos
ANZEIGEN
ANZEIGE
E-Paper
Titelseite
Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung – Jetzt lesen!
ANZEIGE
ANZEIGE