Politik will die Nordwache, Verwaltung muss sie planen
Braunschweig Große Einigkeit über eine Feuerwache im Norden, aber über die genauen Kosten weiß man noch nichts – Zusammenarbeit mit Flughafen angestrebt
Der Zuschnitt des Brandschutzes bleibt Topthema der Parteien – es geht um die Umsetzung des Bedarfsplanes. Danach müssen auch im Norden der Stadt mögliche Brandorte in weniger als einer Viertelstunde von den hauptamtlichen Kräften der Berufswehr erreicht werden können. Es geht unter anderem um die Stadtteile Watenbüttel, Wenden, Bienrode, Waggum, Querum, Volkmarode, Dibbesdorf, Hondelage und Bevenrode.
Stichwort ist also die Nordwache –sie müsste parallel zur bereits beschlossenen Sanierung der Hauptfeuerwehrwache bis 2016 geplant und realisiert werden. Gestern sind die Verfechter dieser Lösung ein großes Stück vorangekommen, denn mit großer Mehrheit beschloss der Feuerwehrausschuss einen Antrag in dieser Sache.
Eingebracht hatte ihn die SPD, die mit Matthias Disterheft auch den Ausschussvorsitzenden stellt. Er machte klar: „Für 40 000 Einwohner im Norden ist das notwendig. Die Nordwache soll in Zusammenarbeit mit der Flughafen GmbH realisiert werden.“ Sie könne dann auch die Aufgaben der Flughafenfeuerwehr übernehmen.
Kurt Schrader (CDU) bekräftigte: „Fraktionsübergreifend begleiten wir das positiv. Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung.“ Bis hin zur Linken reichte die Zustimmung. Am Ende gab es nur eine Gegenstimme – sie kam von Henning Jenzen (BIBS), der bemängelte, unter dem Deckmantel der Schutzziele für die Bevölkerung gehe es wohl um eine Finanzierung der Flughafenfeuerwehr durch den Steuerzahler.
Im Kern bedeutet das klare Votum den Auftrag für die Stadtverwaltung, Planungen für die Nordwache zu entwickeln. Bis Februar 2013 könne sie dies nicht mehr leisten, erklärte der zuständige Dezernent Karsten Lehmann. Ganz so einfach werde es auch nicht werden, denn die gewünschte gemeinsame Wache mit dem Flughafen sei nicht möglich: „Es müssen zwei separate Wachen sein.“ Dies bestätigte Berufsfeuerwehrchef Michael Hanne: „Es müssen getrennte Bereiche sein.“ Zudem erklärte Hanne, es könne nicht darum gehen, „die Hauptfeuerwache in Teilen nach Norden zu verlegen“.
Für die Sanierung der Hauptfeuerwache in der Feuerwehrstraße nimmt die Stadt, wie berichtet, rund 25 Millionen Euro in die Hand. Wie hoch die zusätzlichen Kosten durch die Nordwache wären, kann derzeit niemand sagen. Ein Grundstück gibt es noch nicht, bei einer Kooperation mit der Flughafen GmbH wäre dies wohl nicht der entscheidende Kostenfaktor. Die Kosten eines Neubaues werden die Diskussion zu diesem Thema vermutlich noch einmal anfachen.
