Pläne der Telekom für schnelles Internet geplatzt
Braunschweig Die Telekom hat den geplanten Ausbau des Glasfasernetzes in Braunschweig mangels Interesse vorerst gestoppt.
Für mehr als zehn Millionen Euro wollte sie in diesem Jahr das schnelle Internet in die Häuser von zehn Stadtteilen bringen. 80 Prozent der Immobilien-Eigentümer am Schwarzen Berge, in der Vorwerk- und der Schuntersiedlung, am Zuckerberg, im Bebelhof und im Heidberg sowie in Teilen Kralenriedes, Gliesmarodes, der Südstadt und der Lindenbergsiedlung hätten einwilligen müssen, dass die Telekom die Anschlüsse in ihre Häuser verlegen darf. Nur dann würde sich das Vorhaben rechnen, hatte die Telekom im Sommer um Zuspruch in de Bevölkerung geworben. Jetzt steht fest: Braunschweig hat die Quote verfehlt. Knapp, wie es in einer Vorlage der Stadtverwaltung heißt.
Wie viele Grundstückseigentümer und Wohnungsgesellschaften dem Anschluss-Angebot der Telekom erlegen sind, bleibt Verschlusssache. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich gestern trotz mehrmaliger Nachfrage zu dieser Frage nicht äußern. Die knappe Antwort: „Wir haben die 80 Prozent nicht erreicht.“ Auch die Stadtverwaltung gab keine Auskunft zur Interessen-Quote und verwies an die Telekom. Seit September hatte das Unternehmen um die Gunst der Bewohner geworben. Die Stadtverwaltung hat das Projekt seither wohlwollend begleitet.
In Münster hatte die Telekom im Vorjahr den Ausbau des Glasfasernetzes ebenfalls vorzeitig eingestellt, weil nicht ausreichend Vorverträge mit Anwohnern abgeschlossen werden konnten. In 28 Städten sei es indes seit 2010 gelungen, genügend Glasfaser-Nutzer für den Ausbau zu finden, so die Telekom-Sprecherin. In Braunschweig war die Weststadt in einem Pilotprojekt vor zwei Jahren ans Netz gegangen.
Internetnutzer in den ausgewählten zehn Stadtteilen hätten nach dem Netzausbau mit neuer Technik deutlich höhere Datenmengen in gleicher Zeit übertragen können. Nach Darstellung der Stadt wären die Übermittlungsgeschwindigkeiten per Lichtwellen auf das Doppelte beschleunigt worden. Raten von 200 Megabit pro Sekunde wären möglich gewesen.
Die Telekom werde mit der Stadt im Gespräch bleiben, erklärte die Firmensprecherin gestern. Ob und gegebenenfalls wann es zu einem neuen Anlauf zur Erweiterung des Glasfasernetzes kommt, könne nicht gesagt werden. Die Stadt, so Rathaus-Sprecher Rainer Keunecke, werde sich weiter für die Ausweitung von Hochgeschwindigkeits-Internetzugängen und dem weitläufigen Glasfaser-Ausbau in Braunschweig einsetzen. „Ziel ist es, dass neben den bereits gut versorgten Stadtteilen auch Gebiete erschlossen werden, deren Breitbandversorgung als nicht zeitgemäß anzusehen ist“, so Keunecke. Die Entscheidung über den Ausbau der Netze obliege aber allein den Anbietern am Markt.
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