Marode Räder sollen verschwinden
2010-08-19T22:00:00+0200Verwaltung prüft Modell aus Münster, bei Reinigung von Plätzen herrenlose Fahrräder entfernen zu lassen
Braunschweig müht sich, attraktiver für Fahrradfahrer zu werden. Doch Fahrräder können auch eine Last sein. Wenn sie nämlich schrottreif sind und in der Innenstadt zwecks Entsorgung für immer abgestellt werden. Die Verwaltung will nun gegensteuern.
Fahrrad-Leichen heißen diese Räder, die mitunter allen Bemühungen trotzen, sie zu beseitigen. Damit hat die Verwaltung bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Als die Radstation mit ihren kostenpflichtigen Rad-Abstellplätzen am Bahnhof öffnete, hatten im Juli 2001 Stadtverwaltung und Deutsche Bahn mit Hilfe von Bolzenschneidern auf dem Bahnhofsvorplatz abgestellte Räder entfernen lassen.
Zu Unrecht geschah dies. Denn die Straßenverkehrsordnung bietet dafür keine Handhabe
Heute werden Kunstgriffe angewandt, wenigstens die schlimmsten Auswüchse zu vermeiden: Schrottreife Räder erklärt die Stadtverwaltung zu Schrott am Straßenrand und lässt sie entfernen. Doch was tun mit den Rädern, die kaum noch fahrbereit scheinen, aber über Monate nicht bewegt werden? Räder, die offenbar herrenlos sind und aufgegeben wurden.
Die Verwaltung hat sich auf Anregung aus dem Bauausschuss nun näher mit dem Modell Münster befasst. Es funktioniert dort so:
Die dortige Stadtverwaltung kündigt zunächst die Reinigung der Flächen, zum Beispiel Plätze oder große Radabstellanlagen, in der Zeitung an.
Weil die Flächen zur Reinigung frei von Fahrrädern sein müssen, werden zwei Wochen vorher die Flächen abgesperrt und zusätzlich Schilder aufgestellt. Auf ihnen ist angegeben, wann gereinigt wird und dass die Fahrräder dazu entfernt werden müssen.
Fahrräder, die am Tag der Reinigung auf dem Platz stehen, werden in Münster zum Fundbüro gebracht. Dort kann das Rad vom Eigentümer binnen zwei Wochen kostenlos abgeholt werden. Erscheint kein Eigentümer, werden die Fahrräder als Fundobjekt deklariert und vier bis sechs Monate später versteigert.
Die Verwaltung prüft nun, ob sich dieses Modell aus Münster auf Braunschweig übertragen lässt. Die Parteien im Bauausschuss haben bereits erkennen lassen, dass sie im Münsteraner Modell die Möglichkeit sehen, die Auswüchse des wilden Abstellens von Rädern besonders auf dem Bahnhofsvorplatz eindämmen zu können.
In Münster wird einmal jährlich gereinigt. Im Bauausschuss wurde gefordert, dass in Braunschweig häufiger gereinigt werden sollte.




