Speed-Dating mit Politikern
Braunschweig Volkshochschule sucht Bürger, um mit frischem Konzept Wahlmüdigkeit auszuhebeln
Nur ein paar Minuten Zeit. Wie alt sind Sie? Was machen Sie beruflich? Typ Pistengänger oder eher Puschenkino-Genießer? Erinnert Sie das an etwas?
Richtig, Speed-Dating heißt das neudeutsch. Singles können sich so kennenlernen, wenn sie nicht nur ein Foto im Internet, sondern einen richtigen Menschen vor sich haben wollen. Zeit ist knapp – und wertvoll.
Und Demokratie ist wichtig. Warum dieser Themensprung? Es ist gar keiner! Speed-Dating gibt es jetzt auch mit Politikern. Da entstehen Wahl-Beziehungen. Das ist das Ziel.
Die Volkshochschule (VHS) macht’s möglich. Eine neue Form, damit Bürger die Politiker aus der Nähe kennenlernen. Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Die Wähler stellen Fragen, erhalten direkte Antworten. Sind die Auskünfte glaubwürdig oder entlarvend? Worthülsen sind unerwünscht, authentisches Auftreten ist gefragt. Wähler und Volksvertreter sollten nah beieinander sein.
Es geht um die Landtagskandidaten. Am 20. Januar wählt Niedersachsen. „Wahlen sind das Herzstück unserer Demokratie“, sagt Hans-Peter Lorenzen, Geschäftsführer der VHS Braunschweig. „Die demokratischen Strukturen sind nur scheinbar gefestigt. Es ist ein Irrglaube, dass alles von allein so weiter geht“, stellt Dirk Lange, Geschäftsführer der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung fest. Sie unterstützt das Politiker-Speed-Dating. Es findet am 14. und 15. Januar 2013 jeweils von 18 bis 21 Uhr in der VHS, Alte Waage 15, statt.
Bürger können sich als Fragesteller melden; Landtagskandidaten aller auch im Rat vertretenen Parteien haben bereits zugesagt. Lorenzen hofft, auch jüngere Wähler mit dem Format anzulocken: Keiner brauche Berührungsängste zu haben.
Am 7. Januar ab 17 Uhr findet ein Vorbereitungstreffen mit allen Fragestellern statt.

