Mundlos denkt über Rücktritt nach
Braunschweig Das Abgeordnetenmandat hat sie Sonntagabend verloren. Wird Heidemarie Mundlos den Vorsitz der Kreis-CDU am Montag hinterhergeben?
Am späten Abend wollte sich Heidemarie Mundlos noch nicht näher zu ihrer politischen Zukunft äußern. So viel Einblick ins Innerste gewährte sie aber doch. „Ich werde ausschlafen, meinen Schreibtisch aufräumen und dann entscheiden, wie es weitergeht.“
Frage: Auch als Vorsitzende der Kreispartei? Antwort: „Auch eine Entscheidung darüber gehört zu einem solchen Ergebnis.“ Die Union steckt in Braunschweig in der Krise: Erst der Verlust der Mehrheit im Rathaus, nun nur eineinhalb Jahre später das schlechteste Landtags-Wahlergebnis seit 1955.
Die Enttäuschung saß hörbar tief bei der Partei-Chefin, zumal sie Sonntag das schlechteste Ergebnis aller drei CDU-Bewerber eingefahren hatte. Der Umweg ins Parlament über die Landesliste blieb ihr wohl ebenfalls versperrt. Platz neun, so sah es am späten Abend aus, würde nicht reichen.
Eine Erklärung für den Absturz der Union hatte sie nicht parat. „Wir werden das analysieren müssen. Wenn man in andere Großstädte im Land sieht, sind wir fast immer noch in guter Gesellschaft.“ Sie räumte selbst ein, wie sarkastisch diese Worte nach einer solchen Wahlnacht klingen mussten.
Als sich schon früh am Abend das Ende ihrer Abgeordnetenzeit nach vier Legislaturperioden andeutete, verabschiedete sich Heidemarie Mundlos nach Hause. Die Wahlparty im CDU-Haus, die eigentlich keine war, überließ sie sich selbst.
Die Kandidatur-Neulinge Oliver Schatta und Claas Merfort mussten sich ebenfalls klar geschlagen geben. Schulterzucken auch bei ihnen auf die Frage nach möglichen Erklärungen. Merfort sagte es so: „Wir haben einen guten Wahlkampf gemacht. Ich habe draußen eine ganze andere Stimmung wahrgenommen. Aber morgen geht die Sonne wieder auf.“ Für die Braunschweiger Christdemokraten allerdings wohl nur hinter dichten Wolken.



