193.000 Braunschweiger zur Stimmabgabe aufgerufen
Braunschweig Rund 193 000 Braunschweiger haben die Wahl. Sie können am 20. Januar mit ihrem Kreuz entscheiden, wer die Stadt künftig im Landtag vertreten wird.
8 Kandidaten aus 6 Parteien stehen in den drei Wahlkreisen nach derzeitigem Stand zur Auswahl. Bis zum 15. November haben weitere mögliche Bewerber Gelegenheit, ihre Kandidatur bei der Kreiswahlleitung im Rathaus einzureichen. In der auslaufenden Legislaturperiode vertreten sechs Abgeordnete Braunschweig im Landtag. Bis zum Wechsel des direkt gewählten CDU-Parlamentariers Hennig Brandes im Frühjahr 2010 an die Spitze der Großraum-Verwaltung waren es zeitweise gar sieben Braunschweiger Mandatsträger.
Für Braunschweig sind drei Direktmandate bei der Landtagswahl am 20. Januar reserviert. Die Entscheidung fällt – davon ist auszugehen – zwischen den Bewerbern von CDU und SPD. Für weitere mögliche Landtagssitze bleibt den jeweils Unterlegenen in den Wahlkreisen nur der Umweg über die Landeslisten ihrer Parteien – und das mit unterschiedlichen Aussichten auf Erfolg.
CDU: Die Christdemokraten haben bei den letzten beiden Wahlen alle Direktmandate in Braunschweig gewonnen. Und sie haben landesweit so viele Wahlkreise für sich entschieden, dass die Parlamentssitze der CDU nicht mehr über die Landesliste aufgefüllt werden mussten.
Ob sich dieses Szenario ein weiteres Mal wiederholt, ist angesichts der Ergebnisse in Meinungsumfragen eher fraglich. Der Landesliste – zuletzt nur noch Warteliste für potenzielle Nachrücker – dürfte also wieder größeres Gewicht bei der Union zukommen.
Die stellvertretende Landtags-Fraktionschefin Heidemarie Mundlos fährt mit bester Empfehlung ihres Braunschweiger Landesverbandes zur entscheidenden Platzvergabe Anfang November nach Hannover. Alles andere als eine Einsortierung im sicheren Vorderfeld käme einem schweren parteiinternen Schlag gegen Braunschweig gleich, zumal Claas Merfort und Oliver Schatta bei ihrer Kandidatur-Premiere nicht von vorderen Rängen ausgehen können.
SPD: 1998 hatten die Sozialdemokraten – bei damals verändertem Wahlkreis-Zuschnitt – alle vier Kandidaten direkt durchgebracht. Seither sind die Braunschweiger Bewerber auf die Landesliste angewiesen. Die zog bei der vergangenen Wahl nur noch bis Platz 40. Es blieb für die Genossen von der Oker nur das Mandat von Klaus-Peter Bachmann.
Er sollte mit Platz 25 auf der Landesliste für eine weitere Legislaturperiode im Leineschloss abgesichert sein. Die Aussichten für die Erstbewerber Christoph Bratmann (Platz 53) und Christos Pantazis (Platz 81) sind mäßig bis miserabel. Sie sind ähnlich wie Merfort und Schatta auf die Gunst der Wähler bei den Erststimmen angewiesen.
FDP: Almuth von Below-Neufeldt rückte Mitte 2009 in den Landtag nach. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass sie trotz eines Sprungs auf Platz 12 der Landesliste Abgeordnete bleibt, wenn es zum prognostizierten Stimmeneinbruch für die Liberalen kommt. Joachim Casper und Bettina Vogler-Kasper werden nichts mit der Vergabe der Mandate zu tun haben.
Grüne: Die Meinungsforscher trauen den Grünen kräftige Stimmenzuwächse zu. Gabriele Heinen-Kljajic darf sich also berechtigte Hoffnungen auf Mandatsverlängerung machen, obwohl die Parteibasis ihr nur noch Platz 13 auf der Landesliste zugedacht hat. Bei der letzten Wahl kamen 12 Grüne ins Parlament. Chancen auf einen Landtagssitz hat auch Gerald Heere als Nummer 16 der Landesliste. Entscheidend für ihn wird auch sein, unter wie vielen Parteien am Ende die Mandate aufgeteilt werden müssen. Andrea Stahl gilt als aussichtslos.
Linke: Kommt die Linkspartei wieder in den Landtag, ist Ursula Weisser-Roelle wieder dabei. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende ist Nummer zwei auf der Liste. Andre Patrick Fricke und Hanne Burmester sind Zählkandidaten.
Piratenpartei: Für Miles Möller (Platz 12) dürfte das Leineschloss nur zu erreichen sein, wenn sich die Piraten aus dem gegenwärtigen Stimmungstief befreien und mindestens eine der beiden anderen kleinen Parteien mangels Zuspruch aus der Bevölkerung draußen bleiben muss. Kaum Hoffnungen darf sich Oliver Schoenemann (Platz 20) machen. Harald Kibbat ist nicht auf der Landesliste platziert.



