Landeskirche soll Konzept für Klosterkirche vorlegen
Braunschweig Bittbrief des Kirchenvorstandes Riddagshausen verhallte bei der Landessynode nicht ungehört.
Erleichterung und Dankbarkeit: Der Kirchenvorstand Riddagshausen-Gliesmarode ist froh, dass die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche seine Sorgen um die Finanzierung der übergemeindlichen Arbeit an der Klosterkirche ernst genommen und in ihrer jüngsten Sitzung ein Konzept zur Problemlösung auf den Weg geschickt hat. „Ich werde die Sache positiv befeuern“, stellte auch Landesbischof Friedrich Weber im Gespräch mit der BZ Unterstützung in Aussicht.
Die finanzielle Notlage ist eine Folge der veränderten landeskirchlichen Gemeindefinanzierung. Das Finanzausgleichsgesetz (FAG) trat im Mai in Kraft und orientiert sich bei der Zuwendung der Mittel u.a. an der Zahl der Gemeindemitglieder – und die sind in Riddagshausen spärlich: rund 450. Im nächsten Jahr werde das Defizit der Klosterkirche immerhin schon 50 000 Euro betragen, rechnete der Kirchenvorstand vor. Die Klosterkirche zähle aber aufgrund der hohen Besucherzahl – bis zu 50 000 Menschen im Jahr – zu den ganz besonderen Gebäuden innerhalb der Landeskirche, betonten die Kirchenvorsteher Christiane Daunert und Georg Renz. Die Kirche sei durch ihre romantische Lage besonders attraktiv und durch das ehemalige Zisterzienserkloster von besonderer historischer Anziehungskraft.
Argumente, die auch der Landesbischof nachvollziehen kann. Weber wies darauf hin, dass er bereits vor einigen Jahren einen Arbeitskreis angeregt habe, der sich zweimal im Jahr mit den Anforderungen an besondere Kirchen befasse.
„Uns ist die Problematik bewusst, und wir wissen auch um die Chancen, die solche Kirchen bieten.“ Sie schafften es durch ihre besondere Lage, Architektur, Kunstschätze oder einladende Angebote, auch kirchenferne Menschen anzuziehen. „Die Landeskirche muss sich darüber klarwerden, ob sie diese Angebote weiter finanzieren möchte“, erklärte Weber und betonte, dass das Thema nun in den Ausschüssen beraten werde. „Wir haben eine Bringschuld, unsere Kirchen für alle Menschen in der Gesellschaft offen zu halten, und eine Verpflichtung, Angebote über das Spirituelle hinaus zu machen“, positionierte sich der Bischof selbst.
Der Synodale Wolfgang Hemminger hatte den Antrag eingebracht, das Landeskirchenamt möge im Verlauf des nächsten Jahres „ein Konzept zur Eingrenzung und nachhaltigen Positionierung der Profilkirchen“ vorlegen und dabei die Ergebnisse des vom Landesbischof moderierten Prozesses einbeziehen.
Georg Renz erklärte im Namen des Kirchenvorstands Riddagshausen: „Wir werden unsererseits alles daran setzen, diese auch für die Landeskirche wertvolle Arbeit fortzusetzen.“ Dafür werde auch in den eigenen Reihen nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht, betonte er.
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