Kulturschaffende meldeten ihre Wünsche zum FBZ an
Braunschweig Ein Novum im Kulturausschuss: eine Anhörung zum geplanten neuen Freizeit- und Bildungszentrum.
Am Ende bilanzierte Kulturdezernentin Anja Hesse: „Ihre Ideen und Anregungen waren in höchstem Maße konstruktiv und Maßstäbe setzend.“. Die Kulturverwaltung plant nach der rund zweistündigen Sitzung weitere Gespräche, um die Bedarfsanalyse zu vertiefen und durch weitere Fakten zu untermauern. Dann soll das Thema erneut im Ausschuss diskutiert werden. Eingebunden werden soll dann auch der Sozialausschuss, eventuell auch der Jugendhilfeausschuss.
Die konkrete Standortfrage spielte gestern eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund standen bei den Kulturschaffenden vielmehr die Interessen der Nutzer. Und die sind offenbar vielfältig. „Das alte FBZ hat ein sehr breites Spektrum abgedeckt“, erinnerte etwa Michael Schacke von der Veranstaltungsagentur Undercover. „Vom Konzert über Kabarett, zu Ballett, Jazz, Folk… Viele Kulturanbieter in der Stadt wären glücklich, wenn es einen Raum für sie gäbe.“ Für Konzerte habe sich mit dem Wegfall des FBZ eine Lücke in der Größenordnung zwischen Brunsviga und Stadthalle aufgetan: 1000 Menschen sitzend, 2000 Besucher stehend. „Aufgrund dieses Mangels konnten wir als Veranstalter einige Projekte nicht umsetzen“, betonte Schacke.
Uwe Flake, Geschäftsführer der Brunsviga, wies auf eine Unterversorgung mit Gruppenräumen hin. „Wir müssen immer wieder Menschen abweisen, die bei uns solche Räume nutzen möchten.“ Diese Bedürfnisse müsse ein neues FBZ unbedingt auch erfüllen.
Christian Blümel von der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände meldete Bedarf besonders für Selbsthilfegruppen an. Ähnlich äußerte sich Ines Kampen von KIBiS (Kontakt, Information und Beratung im Selbsthilfebereich im Paritätischen Wohlfahrtsverband Braunschweig). „Die Gruppen hätten gern Vernetzung und Begegnung, ein Zentrum also, wo man sich treffen kann.“ Sascha Werthschulte vom Silverclub, der sich intensiv mit der Planung eines neuen FBZ beschäftigt, erklärte: „Die Kulturszene wünscht sich ein selbstverwaltetes und nachhaltiges soziokulturelles Zentrum mit bezahlbaren Angeboten und zusätzlichen Außenstellen als Satelliten.“
Unterschiedliche Auffassungen gab es, ob das neue FBZ zentral oder dezentral liegen solle. Es kam sogar die Idee auf, eine Lärm verursachende Veranstaltungshalle und soziokulturelle Gruppenräume getrennt voneinander anzubieten.
Kulturdezernentin Hesse fasste die unterschiedlichen Positionen zusammen: „Laut oder leise? Professionell geführt oder selbstverwaltet? Zentral oder dezentral?“ Diese Fragen seien zu klären.
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