Konzept für die Sanierung des Bürgerparks liegt vor
Braunschweig Stadt und Borek-Stiftung legen Broschüre über Sanierung historischer Parks und Friedhöfe von 2005 bis 2011 vor
Braunschweigs historische Parks und Friedhöfe würden nicht aussehen, wie sie aussehen. Für Stadtrat Ulrich Stegemann gilt das ohne jeden Zweifel. Seit zwei Jahrzehnten engagieren sich Stadt und Richard Borek Stiftung gemeinsam für die Sanierung der Anlagen.
„Es ist eine Zusammenarbeit, wie sie besser nicht sein könnte. Sie hat Vorbildfunktion“, sagte Stegemann gestern. Der Anlass: Die Broschüre mit den zwischen 2005 und 2011 realisierten Projekten, die Stadt und Stiftung herausgegeben haben.
Rund 800 000 Euro sind in diesem Zeitraum in die Sanierung von vier historischen Friedhöfen und des Prinz-Albrecht-Parks sowie in das Pflege- und Entwicklungskonzept für den Bürgerpark geflossen. Partner waren neben der TU Braunschweig und dem Land Niedersachsen der Evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband sowie die reformierte Gemeinde. Insgesamt sind seit 1993 rund zwei Millionen Euro in die Sanierung von Parks und Friedhöfen investiert worden.
Braunschweig ist nach Bremen die Stadt mit dem meisten innerstädtischen Grün in Norddeutschland. Allerdings: Die Parks und die alten Stadtteilfriedhöfe waren Anfang der 90er Jahre in die Jahre gekommen. Sichtachsen waren zugewachsen, Grabmale umgestürzt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Nach dem Probeprojekt Petrifriedhof, aus dem, wie Erika Borek betonte, eine Grünoase geworden sei, wurde die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stiftung 1993 vertraglich fixiert. 2001 und 2007 wurde die Vereinbarung erneuert. Sie läuft bis zum kommenden Jahr.
Für alle seit 1993 sanierten Anlagen seien von Landschaftsarchitekten Parkpflegewerke mit klar formulierter Zielführung angelegt worden. „Das gab es vorher nicht“, erklärte Ralf Günther, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün. Pflegemaßnahmen würden nunmehr entsprechend dieser Konzepte ausgeführt.
Ein Parkpflege- und Entwicklungskonzept liegt inzwischen auch für den Bürgerpark vor. Leitlinie ist, Raumstrukturen, Sichtbeziehungen und Aspekte des ursprünglichen Parkerlebnisses wieder erlebbar zu machen und die Infrastruktur aufzuwerten. Zu solchen Konzepten, so Erika Borek, gehöre auch der Mut, Vegetation für die Wiederherstellung alter Sichtachsen zu entfernen.
Neben beispielsweise der Freistellung von Solitärbäumen gehören die Entschlammung der Teiche, die Gestaltung der Parkzugänge, die Sanierung des Wegesystems und die Integration der Straßenbahn-Wendeschleife zu den im Konzept vorgesehenen Maßnahmen im Bürgerpark. Sie werden, betonte Ulrich Stegemann, Jahre in Anspruch nehmen. Mit der Sanierung des Kreißberges (der Volksmund kennt ihn als „Scherbelberg“) wurde bereits 2011 begonnen.
