Kloster löscht nach Protesten Verweis auf schwules Jugendmagazin
2010-12-14T22:25:00+0100
Dominikaner sehen in Internet-Debatte "verleumderische Kampagne" gegen die katholische Kirche
Selbst der Vergleich mit Beate Uhse wurde bemüht. Nach Protesten in Internet-Portalen hat das Braunschweiger Dominikaner-Kloster St. Albertus Magnus gestern auf seiner Internet-Seite einen Link gelöscht, der zu Informationen über homosexuelle Praktiken führte.
Unter dem Stichwort "Homosexualität" verweist das Kloster u.a. auf seiner Seite auch auf ein schwules Jugendmagazin, in dem Homosexuelle über ihre Sexualiät sprechen. Hintergrund: Im Kloster lebt auch Pater Martin Rosner, im Bistum Hildesheim Beauftragter für das Gespräch mit homosexuellen Menschen.
Laut den Internet-Nachrichtendiensten "Kath.Net" und "Medrum.de" sorgte das Kloster mit diesem Informationsangebot für Aufregung in der katholischen Kirche. Der Pater hänge auch der besonders von homosexuellen Kreisen propagierten Theorie an, dass Homosexualität nicht veränderbar sei, heißt es auf "Kath.net". Und weiter: "Diese Theorie wird aber immer wieder in der Praxis von etlichen Bekehrungen widerlegt." In auf "Medrum.de" veröffentlichten Leserbriefen ist von "Homo-Kloster" und "Homosexuellen-Propaganda" die Rede.
In einer Stellungnahme wies gestern der Prior des Klosters, Pater Fritz Wieghaus, die Anschuldigungen zurück. Richtig sei, dass seit vielen Jahren ein Mitbruder mit der Aufgabe des seelsorgerlichen Ansprechpartners für homosexuelle Menschen und deren Angehörige beauftragt sei. Auf der Internetseite werde auch über dieses seelsorgliche Angebot informiert.
Darüber hinaus fänden sich dort aber auch Aufsätze von Psychologen, Soziologen und Theologen zum Thema sowie diverse Links zu weiterführenden Internetseiten anderer Einrichtungen wie der Aidshilfe.
Eine dieser gelinkten Seiten – für deren Gestaltung man nicht verantwortlich sei – sei von einer Internetagentur "aufgrund einer in ihren Augen unangemessenen Gestaltung" zum Anlass genommen worden, eine "verleumderische Kampagne gegen das Dominikaner-Kloster in Braunschweig, die Dominikaner im Allgemeinen und gegen vermeintlich liberale Tendenzen in der katholischen Kirche loszutreten".
Sich mit dem Dominikaner-Kloster vorher zwecks seriöser Recherche in Verbindung zu setzen, habe die Agentur nicht für nötig gehalten. Andere Internetportale, die offen faschistisches Gedankengut transportieren, hätten sich "diese Kampagne in widerlicher Weise zu Eigen gemacht" und leider den Weg in eine breitere Öffentlichkeit gefunden.


