Im "Roten Baron" über Braunschweig fliegen
2011-10-22T18:23:00+0200Auf dem Weg ins Winterquartier in Kamenz 40 Kilometer nordöstlich von Dresden ist der größte Doppeldecker der Welt an diesem Wochenende auf dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg zu Gast. Sein Name: "Der Rote Baron".
Die im Jahr 1957 gebaute Antonov 2 imponiert nicht nur mit ihren 1000 PS, die der 9-Zylinder Sternmotor produziert. Der Doppeldecker bietet Platz für bis zu neun Passagiere. Auch am Sonntag besteht noch die Möglichkeit zu etwa 25 Minuten dauernden Rundflügen über die Stadt. Aus Anlass des Besuchs der Antonov stellen auch die vier am Flughafen ansässigen Vereine ihre Flugzeuge und Arbeit vor.
Anwesend ist auch der Besitzer der Antonov 2, der Kaufmann Lothar Steinbiß aus Essen. "Seit dem Fall des eisernen Vorhangs habe ich versucht, eine solche Maschine zu finden", berichtet er. Nachdem er etwa 40 Flughäfen abtelefoniert hatte, wurde er in Berlin-Schönefeld fündig. Das dortige Exemplar war zu DDR-Zeiten von der Interflug betrieben worden. 1990 kaufte Steinbiß die Antonov und ließ sie rot lackieren. Bei einer Zwischenlandung in Koblenz erhielt sie den Namen "Der rote Baron".
Entwickelt wurde das Flugzeug 1947 in Rußland von Oleg Antonov. Es zeichnet sich durch seine besondere Kurzstarteigenschaften und seine Langsamflugtauglichkeit aus. Nach Angaben von Steinbiß wurde die Antonov für Krankentransporte aus unwegsamem Gelände ebenso eingesetzt wie für Agrarflüge. "Der rote Baron" ist mehr als 4 Meter hoch, fast 13 Meter lang und hat eine Spannweite von mehr als 18 Metern. Zu bestaunen ist sie auf dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg am Sonntag von 10 bis 18 Uhr.


