Grüne feierten bestes Ergebnis ihrer Geschichte
Braunschweig Banges Warten bis zum Ende: Regierung oder Opposition? – Heere und Heinen-Kljajic ziehen in den Landtag ein
Der große Gewinner des Abends wurde bei den Grünen in der Friedrich-Wilhelm-Straße schon nach der ersten Hochrechnung gefeiert: Bei rund 13,5 Prozent der Stimmen in Niedersachsen ist der Kandidat aus dem Wahlkreis Süd, Gerald Heere, als 16. auf der Landesliste sicher in den Landtag eingezogen.
Trotzdem fiel sein erstes Fazit gespalten aus. Er freue sich sehr über das beste Ergebnis, das die Grünen je in Niedersachsen erzielt haben, aber „die FDP hat ihre Stimmen nicht mit ihrer Politik verdient. Trotz aller Dementi ist die Leihstimmenkampagne der CDU offensichtlich“.
Ähnlich zwiespältig zeigte sich die Stimmung im Grünen Laden während der ersten Hochrechnungen. Hierhin hatte die Partei zur Wahlparty geladen. Gut 40 Anhänger fieberten bei Bio-Zisch-Limonade, lokalem Bier, Brot mit Bio-Aufstrich und Knabbereien mit ihrer Partei. Viele hatten ihre Kinder mitgebracht.
Die Dekoration versprühte Optimismus: Jede Stufe hinauf in den ersten Stock, wo die Hochrechnungen aus dem Fernsehen an die Wand projiziert wurden, war mit Prozentzahlen versehen. In kleinen Schritten ging es so von acht Prozent, dem Ergebnis der Landtagswahl von 2008, hoch auf 16,7 Prozent auf der obersten Stufe.
Ganz so viel wurde es am Ende nicht. Die Landtagsabgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic, Kandidatin im Wahlkreis Nord, die in Hannover die Wahl verfolgte und erneut gewählt wurde, war dennoch mehr als zufrieden: „Wir sind der eindeutigen Gewinner der Wahl. Von allen Parteien haben wir den größten Stimmzuwachs – ein Bombenergebnis, das zeigt, dass der unser Erfolgskurs auch in Niedersachsen weitergeht.“
Je später der Abend und je größer die Zahl der leeren grünen Flaschen, desto gelassener war auch die Stimmung beim harten Kern der Partei in der Zentrale in Braunschweig. Das war den guten Neuigkeiten zu verdanken, die Gerald Heere aus dem Rathaus mitbrachte. „Grün ist die Hoffnung“, lautete ein Kommentar im Fernsehen. Das traf es an diesem Abend auf den Punkt.



