GEZ verlangt Fernsehgebühren von Stoffpuppe
Viel Aufregung um "Herrn Rahim Tux"
Riesenwirbel um Rahim Tux: Er soll endlich seine Rundfunk- und Fernsehgebühren bezahlen, fordert ihn die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) in Köln auf. Die Gebührenkassierer haben schon nachdrücklich gemahnt. Vergebens. Rahim wird niemals auch nur einen Cent überweisen. Denn er hört weder Radio, noch interessiert er sich für einen Fernsehkrimi – Rahim ist ein niedlicher Pinguin aus buntem Stoff.
Christian Borß (25) ist Linux-Computer-Fan. Ein Pinguin ist das Maskottchen aller Linux-Freunde. Seine Computertechnik hat Christian in einem Dachgeschosszimmer des Hauses seiner Eltern am Altewiekring aufgebaut. "Ich gehöre einer Linux-User-Group an", sagt der Student. Auf dem Sofa thront der Pinguin. Jedes Group-Mitglied besitzt einen kleinen Pinguin und hat ihm einen Namen gegeben. Christian taufte sein Stofftier auf Rahim Tux. "Rahim ist der Bruder eines meiner Freunde", erläutert er.
Scherz als Auslöser
Das kleine Dachgeschosszimmer ist durch eine Klingel mit der Haustür verbunden. Vor einem Jahr hat Christian auch den Namen seines Pinguins an die Türklingel geschrieben. "Ein Scherz, nicht mehr", versichert er. Kürzlich bekam Herr Tux Post von der GEZ-Außenstelle Hamburg. Ein Kontrolleur hatte im Bereich Altewiekring seine Runden gedreht – und den Namen Rahim Tux auf dem Klingelschild entdeckt. Der Name Tux taucht in keiner Gebührenliste auf. Der Kontrolleur hatte einen "Schwarzseher" erwischt.
Name als Synonym?
In dem Brief an Herrn Tux hieß es, er solle seinen Fernsehapparat anmelden. Keine Reaktion vom Altewiekring. Der Kontrolleur schickte noch eine Aufforderung. Sollte Herr Tux sich weigern, drohe ihm ein Verwaltungszwangsverfahren und 1000 Euro Buße. Wieder antwortete Herr Tux nicht. Jetzt greift die GEZ ein: Drohend wird Herr Tux, der hartnäckige Gebührenverweigerer, aufgefordert, endlich die fälligen 48 Euro zu überweisen.
"Ein Kontrolleur hat den Namen auf dem Türschild am Altewiekring entdeckt", bestätigt eine GEZ-Mitarbeiterin in Köln ein. "Bei der Überprüfung unserer Unterlagen stellten wir fest, dass kein Konto auf diesen Namen existiert."
Anworten säumige Schwarzseher nicht, sei die GEZ berechtigt, auch ohne ihre Unterschrift ein Fernsehgerät anzumelden. Das notwendige Konto sei inzwischen eingerichtet worden.
Den Namen Rahim Tux werte die GEZ als Synonym, stellt die GEZ-Mitarbeiterin fest. Christian Borß als Inhaber des Synonyms sei zur Klärung verpflichtet. Dass es sich bei Herrn Tux um eine Phantasiefigur handele sei unerheblich.
