Geitelder kämpfen für den Erhalt ihres Kinderhorts
Braunschweig Protest in Geitelde: Die Stadtverwaltung will die Schulkindbetreuung ab 2013 nach Timmerlah verlegen
GEITELDE. Eine Kita hat der 1100-Einwohner-Stadtteil im Südwesten der Stadt zu bieten, nicht aber eine Grundschule. Deshalb soll es in Geitelde ab 2013 keine Hortbetreuung mehr geben. Eltern und Bezirksratsvertreter protestieren gegen die Pläne der Verwaltung.
Es ist seit Jahren beschlossen und wird in der Stadt bereits lange praktiziert: Die Betreuung von schulpflichtigen Kindern wird aus den Horten in adäquate Angebote an Grundschulen verlagert. Für Geitelde bedeutet das jedoch: Die dort wohnenden Kinder würden ab 2013 in Timmerlah betreut, weil der Stadtteil über keine Grundschule verfügt.
Genau das ist der Punkt, der jetzt Protest hervorgerufen hat. „Viele Elternpaare haben nur ein Auto und können die Kinder deshalb nicht fahren“, erzählt Susanne Steffen, Leiterin der Kita Geitelde. Denn bislang kamen die Kinder nach Schulschluss in Timmerlah per Schul- oder Linienbus zurück nach Geitelde. Werden sie künftig jedoch bis nachmittags in Timmerlah betreut, bleibt der Rücktransport oft an den Eltern hängen. Denn Schulbusse fahren dann nicht mehr, und per Linienbus bleibt nur eine einzige Verbindung um 16 Uhr.
Der Bezirksrat hat sich auf die Seite der Eltern gestellt. „In Geitelde muss es einfach eine Ausnahmeregelung geben“, sagt Rainer Firl von der SPD. Seine Argumente: Die Stadtteile seien recht weit voneinander entfernt, die Busverbindungen schlecht und die Räumlichkeiten in der Grundschule Timmerlah gar nicht vorhanden. Dort müsste mit einer Containerlösung gearbeitet werden.
Das hält auch Carsten Höttcher von der CDU, zugleich Elternvertreter am Hort, für unsinnig. „Hier sind Räume mit entsprechender Einrichtung doch vorhanden“, argumentiert er.
Mittlerweile haben Eltern und Kinder Unterschriften gegen die geplante Schließung des Horts gesammelt. „Das ganze Dorf hält in dieser Sache zusammen“, sagt Höttcher erfreut. Zwar sind in dem Hort derzeit nur 13 Kinder untergebracht, aber schon 300 Unterschriften sind zusammengekommen. Auch zum Besuch der heutigen Bezirksratssitzung wurden die Unterstützer aufgerufen.
Was Firl und Höttcher besonders ärgert: Die Stadt hatte zuletzt für zwölf Hortplätze die Kosten übernommen und von einem Bestandsschutz gesprochen. In diesem Zusammenhang stellt Stadtsprecher Rainer Keunecke auf BZ-Anfrage jedoch klar: „Die Verwaltung hat im Januar mitgeteilt, dass für die bestehenden zwölf Hortplätze in Geitelde ein Bestandsschutz so lange gilt, bis die Betreuung an die Grundschule in Timmerlah verlagert werden kann. Es wurde kein Bestandsschutz für die Hortbetreuung in Geitelde als solche zugesichert.“
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