Gehörlose fordern mehr Rechte
Braunschweig Mehrere hundert Gehörlose und Schwerhörige haben Samstag in Braunschweig für mehr Rechte von Menschen mit Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit und Ertaubung demonstriert.
Die Aktion fand anlässlich des Tages der Gehörlosen in der Braunschweiger Innenstadt statt. Veranstalter war der Gehörlosenverband Niedersachsen.
Vor dem Schloss gab es mittags einen SignMob – ein Flashmob mit Gebärdensprache, eine spontane, blitzschnelle Versammlung von Menschen, die sich per Internet oder SMS verabredet haben – aber eben mit Gebärden!
Anschließend zogen die Teilnehmer mit Transparenten durch die Innenstadt.
Sandra Alpert, Geschäftsführerin des Gehörlosenverbandes, sprach von einer gelungenen Veranstaltung. Anliegen der Gehörlosen sei die Möglichkeit eines selbstbestimmten, selbstverantwortlichen und gleichberechtigten Lebens. Ein lebenswertes Leben sei nur frei von Diskriminierung möglich.
Unter anderem folgende Forderungen stellten die Teilnehmer:
– Einrichtung von Notrufen per SMS und Email
– Faxnotrufnummern über die 112
– uneingeschränkte Teilnahme an den Möglichkeiten des Mediums Fernsehen durch regelmäßige Einblendung von Untertiteln und Dolmetschereinblendungen.
Der Tag der Gehörlosen ist ein internationaler Gedenktag, der eigentlich am letzten Sonntag im September stattfindet. Er wurde 1951 von der World Federation of the Deaf (WFD - Weltverband der Gehörlosen) ins Leben gerufen. In Deutschland wird er seit Mitte der 70er Jahre begangen.
Die regionalen Gehörlosen Verbände veranstalten anlässlich des „Tages der Gehörlosen“ einen Aktionstag. Bundesweit gibt es ca. 80.000 gehörlose Menschen.


