Gegenwind von Mascherodes Bürgern
Braunschweig In Mascherode wehren sich Anwohner gegen den Bau von Windrädern nahe ihrem Stadtteil.
Die Energiewende ist derzeit großes politisches Thema. Ihre kritische Betrachtung dürfte der gerade gegründeten Bürgerinitiative Mascherode in die Karten spielen. Die Anwohner setzen sich gegen mögliche Windräder nahe ihrem Stadtteil zur Wehr.
Auf eine Sache legt Klaus Franz wert. „Bei uns ist keiner dabei, der generell gegen regenerative Energien ist“, erklärt er. Franz ist Mitinitiator der am Dienstagabend gegründeten Bürgerinitiative Mascherode, die im Kern 13 Personen zählt. Die Gruppe verfolgt ein Ziel: Windkraftanlagen in der Gemarkung südlich von Mascherode zu verhindern.
Klaus Franz steckt in der fachlichen Materie drin. Rund 40 Jahre arbeitete er für den Energieriesen RWE, bevor er in den Ruhestand ging. Er und weitere Anwohner des Baugebiets im südöstlichen Bereich des Stadtteils schreckten auf, als sie von möglichen Windkraftanlagen in der Nähe ihrer Häuser hörten. Franz hat von seinem Grundstück aus keinen freien Blick über das betroffene Areal. „Aber die Anlagen würden noch über die Nachbarhäuser hinweg zu sehen sein“, prophezeit er.
Die Furcht ausgelöst haben Planungen des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB). Dieser hatte bereits vor Monaten eine Karte mit sogenannten Potenzialflächen entworfen – eine Arbeitsgrundlage für die Festlegung von Vorrang- oder Eignungsgebieten für die Windenergienutzung. Ob das Gebiet südlich von Mascherode überhaupt Vorrang- oder Eignungsgebiet wird, wird derzeit noch immer geprüft. Mit einem Ergebnis ist voraussichtlich Ende des Jahres zu rechnen.
Die Initiative will aber frühzeitig gegensteuern. Dass Investoren angeblich schon Interesse bekundeten und auf Braunschweiger Gebiet bis zu elf Windkraftanlagen 1000 Meter von ihren Häusern entfernt entstehen könnten, beunruhigt die Bürger.
„Anlagen so hoch wie der Kölner Dom werden das Bild Richtung Salzdahlum und Wolfenbüttel prägen“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Überdimensionale Rotoren nahe Mascherode würden ein Naherholungsgebiet zerstören und eine Ausdehnung des Stadtteils in der Zukunft verhindern.
Die möglicherweise entstehenden Anlagen seien an dieser Stelle deplatziert, so die Ansicht der Bürgerinitiative. Schließlich seien neben Mascherode auch Salzdahlum und sogar die entfernteren Stadtteile Stöckheim und Heidberg sowie Hötzum betroffen.
•Kontakt: Klaus Franz, 8 78 81 93, E-Mail: K.W.Franz@t-online.de
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