Fünfköpfige Diebesbande steht vor Gericht
Braunschweig Sie stahlen zu jeder Tageszeit und in der ganzen Region: Am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Braunschweig legten die Angeklagte bereits Teilgeständnisse ab.
Sie wollten das schnelle Geld machen, stattdessen drohen ihnen nun mehrere Jahre Haft. Vor dem Landgericht wurde am Montag der Prozess gegen fünf junge Männer aus Braunschweig eröffnet.
Sie werden angeklagt, zwischen Februar und April 2012 in der gesamten Region und in Süddeutschland in mehr als zehn Fällen Einbrüche verübt zu haben. Dabei war die Bande war bei den einzelnen Einbrüchen unterschiedlich groß. Mal waren sie nur zu zweit, mal zu viert.
In einigen Fällen ist nur einer der am Montag Anwesenden angeklagt – und zwar der als Drahtzieher geltende 21-jährige R. Bei diesen Einbrüchen sind die weiteren Mittäter zum Teil noch unbekannt. Die Angeklagten, die zum Tatzeitpunkt zwischen 18 und 28 Jahre alt waren, gestanden am ersten Prozesstag nur einen Teil der Einbrüche. Mehrere der Einbrüche fanden in Braunschweig statt, weitere in Wolfsburg, Meine, Gifhorn und Kneitlingen.
In zwei Fällen blieb es bei einem versuchten Einbruch. Vier der Angeklagten gaben an, schon seit Jahren in der Weststadt und in Lamme in der gleichen Clique zu verkehren. Der 28-jährige H. gab an, über den 21-jährigen R. dazugestoßen zu sein. R. wiederum behauptete, dass die Gruppe mit der Einbruchsserie andere Heranwachsende aus ihrem Umfeld nachgeahmt hätte, die auf diese Weise schnell zu Geld gekommen seien. Tatsächlich gaben jedoch seine Mitangeklagten gestern an, dass vor allem R. derjenige gewesen sei, der bei ihnen dafür bekannt war, regelmäßig mit anderen Einbrüche zu verüben.
Bei ihren Taten gingen die jungen Männer nach eigenen Angaben immer gleich vor. Sie trafen sich, oft schon morgens, um mit einem Auto durch die Gegend zu fahren. Fanden sie ein „geeignetes Objekt“, wurde dort entweder noch am gleichen Tag oder kurz darauf eingebrochen. Das Haus wurde beobachtet, es wurde geklingelt oder zuvor angerufen.
Die Angeklagten behaupteten, bei ihrer Objektwahl völlig wahllos vorgegangen zu sein und die Einbrüche nicht gezielt begangen zu haben. Weder Staatsanwaltschaft noch Richter fanden das jedoch glaubwürdig – allein schon deshalb, weil die Angeklagten zugaben, bei jedem Einbruch eine Brechstange dabei gehabt zu haben. In den meisten Fällen entwendeten die Einbrecher alles, was sie fanden und zu Geld machen konnten: Schmuck, Uhren, Münzen und Laptops. Sie gaben an, dass Geldmangel das Motiv für ihre Einbrüche gewesen sei.
Das Gericht verständigte sich mit allen Beteiligten vorab auf ein Höchststrafmaß, sofern die Angeklagten sich geständig zeigen würden. Je nachdem, an wie vielen Einbrüchen die einzelnen Angeklagten beteiligt waren, reicht das verabredete Strafmaß von mehreren Monaten auf Bewährung bis zu vier Jahren Haft.
Der Prozess wird am Mittwoch, 7. November, fortgesetzt.

