Freie Fahrt auf der Wilhelmstraße!
Braunschweig Seit gestern ist die Wilhelmstraße nach neunmonatiger Bauzeit wieder offiziell für den Verkehr freigeben.
Sie ist eine vielbefahrene Nord-Süd-Trasse durch die Braunschweiger Innenstadt. Ingesamt 4,4 Millionen Euro wurden in den Umbau der Straße investiert. Klaus Benscheidt, städtischer Fachbereichsleiter für Tiefbau und Verkehr, freute sich, dass der nördliche Teil der Straße termingerecht fertiggestellt werden konnte, und dankte den Baufirmen.
Der 42-jährige Bauassessor leitet den Fachbereich seit September. Zuvor war Benscheidt Abteilungsleiter für Straßen und Brücken im Tiefbauamt der Stadt Bottrop.
Warum die Straße umgebaut wurde
Ziel des Straßenumbaus war es, die einst autogerecht gebaute Wilhelmstraße fußgänger- und radfahrerfreundlich zurückzubauen, sie optisch aufzuwerten und den Verkehrsflächen insgesamt weniger Gewicht zu geben.
•Große Bäume (Platanen) sollen die neue Raumwirkung betonen. Sie werden in Kürze gepflanzt.
•Um den Charakter einer Durchgangsstraße zu verändern, wurde der Straßenraum neu gegliedert. In U-Form gepflanzte Baumgruppen mit Unterpflanzung wechseln sich mit aufgeweiteten Straßenabschnitten ab.
•Die zweispurige Fahrbahn wurde durchgehend von der Fallersleber bis zur Wendenstraße in einer Breite von 6,50 Metern ausgebaut.
•Der Geh- und Radweg und die Parkplatzflächen wurden mit Betonsteinpflaster befestigt. Natursteinbordsteine prägen das Straßenbild in Anlehnung an die Gestaltung der Fallersleber Straße.
•Anders als früher sind am westlichen Fahrbahnrand die Parkplätze längs der Fahrbahn angeordnet.
Veränderungen im südlichen Teil
Parallel zur Grundsanierung der Wilhelmstraße-Nord gab es auch Straßenbauarbeiten im Südabschnitt zwischen Steinweg und Fallersleber Straße. Der Umbau soll die dortige Verkehrssituation verbessern.
•Im Bereich Güldenklinke und Abelnkarre wurden nasenförmig in die Fahrbahn hineinragende Querungshilfen für Fußgänger eingerichtet, unter anderem, um die Erreichbarkeit des Parkhauses Wilhelmstraße zu verbessern.
•Die bisher nur provisorisch eingerichtete Bushaltestelle Wilhelmstraße/Steinweg wurde barrierefrei ausgebaut.
Kanalbauarbeiten
Der Straßenumbau wurde vorgenommen, weil Kanalbauarbeiten am alten Abwasserkanal dringend erforderlich waren. Der marode Mischwasserkanal, der auszutauschen war, ist eine Haupttransportleitung des Braunschweiger Kanalnetzes und entwässert das gesamte südöstlich der Innenstadt liegende Stadtgebiet.
•Über zwei Stahlröhren mit Durchmessern von 80 und 120 Zentimetern wurden während der Bauzeit die anfallenden Abwässer abgeleitet. Die Stahlröhren waren Bestandteil des sogenannten „Hamburger Hebers“, mit dem das Wasser im Prinzip wie bei einem Strohhalm angesaugt wurde und dann oberirdisch weiterfließen konnte.
•Rund 900 Meter Kanäle wurden unter der Wilhelmstraße bis Mitte des Jahres neu verlegt.
•Rund 7500 Kubikmeter Erde mussten bewegt, knapp 9000 Quadratmeter Spundwände verbaut werden.
•Zusätzlich wurden mehr als 20 Revisionsschächte gesetzt und 650 Meter Grundstücksentwässerungsleitungen neu verlegt.


