Fortbestand des Jugendzentrums Wenden gefährdet
Braunschweig Was passiert mit dem Jugendzentrum Wenden, wenn voraussichtlich 2013 das Hallenbad im Stadtteil schließt? Das „Juze“ ist im Souterrain des Bades.
Die Frage, wo und wann die Jugendzentrums-Nutzer eine neue Heimat erhalten, stand im Mittelpunkt der Bürgersprechstunde mit Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer am Donnerstagabend in Wenden. Heraus kam die erschreckende Nachricht: Die Antwort ist völlig offen.
Im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie hat man sich zwar längst Gedanken gemacht. Fachbereichsleiter Norbert Winkler, der zusammen mit anderen führenden Vertretern aus der Verwaltung Leuer begleitete, betonte: „Ich habe schon vor langem gesagt, dass eine Regelung getroffen werden muss. Der Bedarf ist da. Im Jugendzentrum Wenden wird wertvolle Arbeit geleistet.“
Doch über die Fachverwaltung hinaus scheint der Bedarf für einen nahtlosen Übergang des Jugendzentrums in andere Räume bislang auf taube Ohren gestoßen zu sein. Der zunächst unbefristete Mietvertrag für die Jugendeinrichtung – Träger ist der Rotkreuz-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter – wurde von der Stadt zum 31. Dezember 2012 gekündigt. „Er wird nur so lange verlängert, bis das Bad geschlossen wird“, erklärte Winkler.
Ein Grund dafür ist, dass Strom, Heizung und Wasserversorgung von Bad und Jugendzentrum zusammenhängen. Ein anderer ist, dass es einen Interessenten für die Nachnutzung des Geländes gibt. Das Hallenbad würde demnach bald nach Schließung abgerissen.
Eine Abordnung des Jugendzentrums war entsetzt über den Stand. „Das ist absolut unbefriedigend“, sagte Karin Matthias, beim Roten Kreuz zuständig für Kinder und Jugend. Tanzgruppen-Leiterin Malin Goerke meinte: „Es kann nicht sein, dass die Arbeit von fünf Jahren mit einem Schlag zerstört wird.“
Ein Grundstück für einen Neubau gäbe es neben dem Lessinggymnasium. Doch im Haushaltsplan für 2013 sind bislang erst 200 000 Euro eingeplant, die für einen Neubau nicht im Ansatz reichen würden. „Eine bestehende geeignete Liegenschaft haben wir in Wenden nicht gefunden“, sagte Winkler.
Während am ebenfalls vor der Schließung stehenden Badezentrum Gliesmarode eine neue Begegnungsstätte rechtzeitig gebaut wurde, steht in Wenden die Jugendarbeit vor dem Aus. Kurzfristig müssen sich die Betroffenen an eine recht vage erscheinende Zusage von Stadtbaurat Leuer von Donnerstag klammern: „Wir werden über eine Übergangslösung nachdenken.“



