Entenhausen als Quell der Inspiration
Aber der 33. Kongress der Donaldisten in Braunschweig warf mehr Fragen auf, als er beantworten konnte
Ente gut, alles gut. Der 33. Kongress der Donaldisten in Braunschweig hat den Geist Entenhausens nachhaltig beschworen. Ein Kongress, der freilich mehr neue Fragen aufwarf, als er beantworten konnte, was Experten aber vorausgesehen haben, ist doch die Duck-Forschung geradezu als Fass ohne Boden konzipiert.
Eine runde Sache: der Vortrag "Globen in Entenhausen". Geistig mehr gefordert wurden die Anwesenden beim zweiten Referat. Thema: "Funktionale und ästhetische Aspekte der Entenhausener Stadtplanung aus Sicht der Promenadologie – also der Spaziergangswissenschaft. Dabei geht es unter anderem darum, en passant vertiefte Eindrücke zu gewinnen.
Was sind die Geheimnisse dieser Stadtplanung? Alles lässt sich irgendwie auf folgende Formel reduzieren: Wer Geld hat, darf sofort bauen. Ästhetische Leitlinien gibt es nicht. Das ganze oszilliert im Spektrum zwischen Bauernkate und Neuschwanstein. Bei allem ist Entenhausen eine dynamische Kommune, die sich gleichwohl in Form des Stadtparks einen Ort des Innehaltens gönnt.
Löwenkopien steigern den Wert des Originals
Die Kurzbeinigkeit der Duck-Sippe und der weite gedankliche Bogen des Patrick Bahners – ein schöner Kontrast. Der Feuilletonchef der FAZ schmeichelte den Braunschweiger Gastgebern mit der Rede "Hic sunt leones" – hier sind die Löwen. Die vielen Kopien des Braunschweiger Burglöwen in aller Welt hält Bahners für keinen Makel: "Seltene Standbilder sind auch dann selten, wenn sie nicht selten sind." Die Kopien, so seine steile These, "treiben in diesem Fall den Wert des Originals nur in die Höhe".
Auch Professor Dr. Martin Gosebruch, der 1992 verstorbene Braunschweiger Kunsthistoriker und Löwenkenner, hätte wohl an dem Vortrag seine Freude gehabt, aber möglicherweise folgende These des FAZ-Mannes als spekulativ zurückgewiesen: "Im Mittelalter setzte man vielen Löwen die aufgerissenen Augen dessen ein, der den Löwen zu Gesicht bekam."
Emotionaler Höhepunkt des Kongresses war das Absingen der Donald-Hymne: "Und lieg ich dereinst auf der Bahre, so denkt auch an meine Guitahre / und gebt sie mir mit in mein Grab." Die sinfonische Fassung kann als MP3-Datei oder als Real-Audio-Stream runtergeladen werden.
Den Vortrag Mark Beneckes – "Gelebter Donaldismus am Beispiel von Politik und gesellschaftlichen Spitzenpositionen" – können wir hier aus Platzgründen nur streifen.
Kann man ohne Weiteres Mitglied der D.O.N.A.L.D. werden, der Deutschen Organisation der Nichtkommerziellen Anhänger des Lauteren Donaldismus? Im Prinzip ja. Nur muss sich der Bewerber zur Freiheitlich Donaldistischen Grundordnung bekennen.
Das Zentralorgan der Duck-Freunde ist "Der Donaldist". Notizen, Berichte aus dem donaldistischen Leben, das manchmal ein ungesetzliches ist. Ein Beitrag, der in diesem Zusammenhang besonders überzeugte: "Die Panzerknacker AG – Mythos und Wirklichkeit".
Der Braunschweiger Elektromeister Uwe Wackerhagen hatte den Kongress perfekt organisiert.
