Eltern von Frühgeborenen können nun in Klinik übernachten
Braunschweig Auf der Früh- und Neugeborenenstation des Klinikums Holwedestraße können Eltern jetzt übernachten. Dort wurden zwei Elternzimmer eingerichtet.
Frischgebackene Eltern wollen vor allem eines: nah bei ihren Kindern sein. Damit das auch bei Frühchen, die nach der Geburt noch eine Weile im Krankenhaus bleiben müssen, möglich ist, gibt es im Klinikum Holwedestraße auf der Früh- und Neugeborenenstation seit zwei Wochen zwei neue Elternzimmer. Diese ermöglichen den Eltern, auf dem Klinikgelände zu wohnen.
Die Zimmer, in denen jeweils ein Elternteil übernachten kann, sind nur wenige Meter von der Neugeborenenstation entfernt. „Wir wollten gewährleisten, dass die Mütter auch über Nacht in der Nähe ihres Kindes bleiben können“, sagt Professor Hans Georg Koch, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Holwedestraße. „Näher dran als jetzt geht es nicht.“
Finanziert wurde der Umbau der Zimmer, in denen sich vorher Büroräume befanden, mithilfe des Fördervereins des Städtischen Klinikums Braunschweig. „Und war gleich klar, dass es wichtig ist, den Müttern zu helfen“, sagt Christine Wolnik, Vorsitzende des Vereins. „Die Zimmer wurden vom Fußboden bis zur Decke komplett renoviert und hotelartig angelegt. Dazu wurde die Einrichtung passend von einem Tischler angefertigt.“ Pro Zimmer habe die Umgestaltung zu Elternzimmern 6000 Euro gekostet.
Eine Investition, die sich laut Stationsleiterin Margreta Thiele gelohnt hat. „Seit die Zimmer fertig sind, sind sie durchgängig belegt“, sagt die Krankenschwester. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir noch so ein Zimmer gebrauchen könnten.“ Im Schnitt blieben die Eltern einige Tage in den Elternzimmern. „Es gibt aber keine zeitliche Befristung. Manchmal können es auch ein paar Wochen sein, die ein Elternteil in einem der Zimmer wohnt“, sagt Professor Koch. „Wir haben hier auch viele Eltern, die nicht aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Für die ist so ein Angebot natürlich besonders gut.“
Eine Warteliste für die Elternzimmer gibt es nicht. „Das läuft sehr spontan“, sagt Stationsleiterin Thiele. „Die Eltern können ohne langen Vorlauf ein- oder ausziehen.“ Dem Pflegepersonal erleichtere die Übernachtungsmöglichkeit die Arbeit. „Die Eltern sind schnell bei uns, wenn sie Fragen haben. Das ist auch für uns praktisch“, sagt Thiele. „Vor allem bei der Vorbereitung darauf, dass die Eltern ihr Kind mit nach Hause nehmen, tauchen viele Fragen auf, die dann schnell beantwortet werden können.“
