Einigung über Waschhaus der Muslime in Sicht
Braunschweig Nach Gesprächen des OB mit Vertretern der Muslime soll es zu einem Umbau der Feierhalle I auf dem Hauptfriedhof kommen
BRAUNSCHWEIG. Oberbürgermeister Gert Hoffmann und Vertreter der Muslime haben sich über die Lösung für ein Waschhaus auf dem Gelände des Hauptfriedhofes an der Helmstedter Straße verständigt. Dort soll es durch Umbau eines Raumes unter der Feierhalle I entstehen. Das soll rund 300 000 Euro kosten.
Der Sprecher des Rates der Muslime in Braunschweig, Hayri Aydin, bestätigte unserer Zeitung die Einigung. Ursprünglich war nach einem Antrag der CDU-Ratsfraktion über ein eigenes Waschaus nachgedacht worden. Dies dient der Trauerzeremonie der Muslime.
Die Stadt Braunschweig will das Waschaus nun nicht nur bauen, sondern auch selbst betreiben.
In der Verwaltung geht man davon aus, dass ein Neubau teurer wäre als der jetzt anvisierte Umbau. Die Gespräche ergaben auch, dass das künftige Waschhaus für trauernde Muslime zur Verfügung steht, jedoch auch anderen Braunschweigern zugänglich sein soll, die ähnliche Trauerrituale haben. Jetzt sind die Ratsparteien am Zug.
Die CDU-Ratsfraktion startete sofort einen Vorstoß für einen interfraktionellen Ratsantrag. Schließlich war sie es gewesen, die mit ihrem Ratsherrn Aykut Günderen den Stein für ein muslimisches Waschhaus ins Rollen gebracht hatte.
Doch dann tauchten auch Fragen auf, die insbesondere vom stellvertretenden Vorsitzenden des Ratsausschusses für Integrationsfragen, Helmut Blöcker von den Grünen, formuliert und zusammengefasst wurden.
In diesem Sinne wurde auch ein gemeinsamer Antrag von Grünen, SPD, Linken, BIBS und Piraten formuliert. Unter anderem ging es um die Kosten für die Stadt, die Trägerschaft und die Nutzung auch für andere Gemeinschaften. Zuletzt hatte man sich im Ausschuss jedoch darauf verständigt, in dieser Frage politischen Streit zu vermeiden – und eine gemeinsame Lösung anzustreben, in der die offenen Fragen geklärt sind.
Sitzung des zuständigen Ausschusses beantragt
Nach dem klärenden Gespräch zwischen Oberbürgermeister Hoffmann und Vertretern der Muslime sieht es jetzt so aus, aus könnte dieses gelingen. Die Vertreter der Muslime sahen keine Möglichkeit für einen selbstverwalteten Betrieb des Waschhauses.
Nach den neuen Plänen würde es einen würdigen Ort für ihr Trauerritual in Braunschweig geben. Er stünde jedoch allen Braunschweigern zur Verfügung, die ihn ebenfalls benötigen. Für CDU-Fraktionschef Klaus Wend roth wäre das eine gute Lösung, er beantragte gestern eine Sitzung des Ausschusses für Integrationsfragen noch vor der Ratssitzung am 19. Februar. Helmut Blöcker begrüßte bereits das Ergebnis der Gespräche zwischen OB und Muslimen als Wendung zum Guten. Eine überparteiliche Einigung sei nunmehr in Sicht.
Blöcker machte deutlich, dass wichtige Forderungen nunmehr erfreulicherweise erfüllt werden sollen. So soll die künftige Einrichtung zum Totenwaschen, das zur Bestattungskultur vieler Religionsgemeinschaften und auch vieler nicht-religiösen Menschen gehört, allen Menschen zur Verfügung stehen, nicht nur einer einzigen Religionsgemeinschaft.
Blöcker: „Damit sehen wir auch die Voraussetzung dafür erfüllt, dass die Stadt Braunschweig im Rahmen ihrer allgemeinen Daseinsvorsorge die Trägerschaft für eine solche Einrichtung übernimmt.“
Hayri Aydin erklärte gegenüber unserer Zeitung: „Wir freuen uns sehr, dass wir eine Lösung gefunden haben, die nach unseren Wahrnehmungen eine breite Zustimmung aller im Rat vertretenen Fraktionen findet. Die Stadt zeigt damit, dass auch dieser Teil der Bevölkerung hier in Braunschweig herzlich willkommen ist und selbstverständlich dazugehört.“ Aydin dankte allen Fraktionen und OB Hoffmann im Namen aller im Braunschweig lebenden Muslime für Ihre kritische, aber auch jeder Zeit konstruktive Begleitung des Projektes.

