DLR will Forschung für Windkraft in Braunschweig ansiedeln
Braunschweig Rückenwind für die Wissenschaftsstadt. Die DLR will Braunschweig zur Forschungsstadt für Windkraft machen.
Dorothee Bürkle, Sprecherin in der Verwaltungszentrale des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, bestätigt: „Ja, das DLR steigt in die Windenergie-Forschung ein.“ Über Personal und Etat will sie allerdings nicht sprechen. „Wir beantragen zurzeit Forschungsmittel und wollen bei der Industrie Drittmittel einwerben. Es wird um Millionen gehen.“ Ein zusätzliches Forschungsinstitut am DLR-Standort Braunschweig sei „derzeit“, so betonte sie, nicht geplant.
Die ersten Gelder werden in eine 2,5-Megawatt-Forschungs-Windkraftanlage in Braunschweig fließen. Der Auftrag wurde gerade ausgeschrieben. Die Anlage wird damit etwa 25 Prozent mehr Energie als eine in Geitelde liefern. Bis Ende 2014 soll sie stehen. Jedoch nicht am Flughafen Braunschweig. „Der genaue Standort steht noch nicht fest“, sagte die Sprecherin.
Mit Hilfe der Forschungswindkraft-Anlage wollen die DLR-Wissenschaftler moderne Zeiten in der Windenergie-Nutzung beginnen lassen. Windkraft soll mit Hilfe der Erfahrungen aus der Luft- und Raumfahrttechnik und durch Einsatz neuer Materialien revolutioniert werden.
Die Ziele der Windkraft-Forschung in Braunschweig beschreibt die Sprecherin so: „Mehr Leistung, weniger Lärm.“ Bislang hätten die Forscher mit Simulationen und Windkanälen gearbeitet. In Zukunft werden sie das Gesamtsystem Windkraftanlage optimieren.
So sollen zum Beispiel Rotorblätter entwickelt werden, die steuerbar sind. Solche Rotoren müssten bei stärkeren Windböen nicht mehr gedrosselt werden.
Mit Hilfe der Satellitentechnik soll die Windvorhersage am Standort der Windenergieanlage präzisiert werden, um die Anlagensteuerung zu verbessern und die Vorhersage der Stromeinspeisung in das Stromnetz zu optimieren.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt soll Entwicklung und automatisierte Produktion von Kohlefaser-Rotorblättern werden. Die neuen Rotorblätter sollen deutlich leichter und stabiler als heutige Rotorblätter werden, aber nicht teuerer.


