Der deutsche „New Scientist“ wird in Braunschweig gedruckt
Braunschweig Die Firma Westermann Druck produziert die neue deutsche Ausgabe des britischen Traditionsmagazins
„Wir glauben nach wie vor an Print“, sagte Michael Plasse bei der Vorstellung der ersten Nummer der deutschen Ausgabe des „New Scientist“ beim Westermann-Verlag in Braunschweig. Plasse übernimmt die Verlagsleitung des „News Scientist“ bei der Spiegel-Gruppe.
In Zeiten sinkender Absatzzahlen bei gedruckten Zeitungen und Zeitschriften ist der Start eines neuen Printmagazins durchaus mutig. Doch Plasse ist zuversichtlich: „Papier ist ein sexy Datenträger – praktisch“, sagt er und steckt sich die gefaltete Zeitschrift in die Innentasche seines Jacketts.
Hinzu kommt, dass das neue Magazin eine Nische in Deutschland füllt. Konkurrenten wie „Geo“ oder „Zeit Wissen“ erscheinen monatlich. Der „New Scientist“ wird jeden Freitag an Abonnenten und Fachhändler geliefert.
Und was wird dann zu lesen sein? „Unser Motto: Wissen, was kommt. Wir bringen aktuelle Nachrichten aus der Wissenschaft und längere Hintergrundberichte aus allen Disziplinen – allgemeinverständlich aufbereitet und nicht selten mit dem typisch britischen ironischen Augenzwinkern“, erklärt Plasse das Konzept des Magazins.
Dazu nutzt der „New Scientist“ seine engen Kontakte zur wissenschaftlichen Gemeinschaft. Außerdem bekommen die Redakteure die wichtigsten Fach-Journale bereits vor der Veröffentlichung.
Magazin für Studenten, Laien und Wissenschaftler
Nicht nur als stilistisches Vorbild dient das Original des „New Scientist“, der seit 1956 in London erscheint. 75 Prozent des Inhalts wird aus der englischen Ausgabe übernommen und für den deutschen Markt überarbeitet und angepasst.
Das Magazin richtet sich an ein breites Publikum. Die Leserschaft des Originals bestehe etwa zu je einem Viertel aus Studenten, Naturwissenschaftlern in allen denkbaren Berufen, Laien und Wissenschaftlern, die den „New Scientist“ zu Unterhaltung lesen, sagt Plasse und ergänzt: „In dieser Hinsicht ist Braunschweig der perfekte Standort.“
Denn produziert wird die Zeitschrift bei Westermann Druck. Hier ist man Stolz auf den neuen Auftrag: „Für uns ist das nicht nur irgendein weiteres Magazin“, sagt Verkaufsleiter Marco Meinecke. Das 300 Mitarbeiter starke Unternehmen in der Westermann-Allee produziert bereits mehr als 120 Titel – von „Eintracht aktuell“ über die „Reiter Revue“ bis zum „Tätowier Magazin“.
„Aber der ’New Scientist‘ ist ein besonderer Auftrag. Aktualität, wöchentliche Erscheinungsweise und das komplizierten Produktionsverfahren – das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber dem sind wir gewachsen“, versichert Meinecke.
Mit einer Auflage von knapp 60 000 Exemplaren passt der „New Scientist“ gut ins Produktportfolio des Unternehmens. Der Verlag sieht bei der Auflage jedoch noch Luft nach oben.
