Das digitale Klassenzimmer wird kommen
Braunschweig Schulbuchforscher untersuchen in Kooperation mit der Bürgerstiftung, wie sich das Lernen in den Braunschweiger „Notebook-Klassen“ entwickelt.
Dass das digitale Klassenzimmer nicht aufzuhalten ist, wissen die Wissenschaftler des Georg-Eckert-Instituts bereits. Auch, dass es das Schulbuch von heute in zehn Jahren nicht mehr geben wird. Nur wie verändert sich Schule mit den neuen Medien?
Wird der Unterricht besser, schlechter oder einfach anders? In Kooperation mit der Braunschweiger Bürgerstiftung untersuchen die Experten des Instituts für internationale Schulbuchforschung, wie sich das Lernen in den Braunschweiger „Notebook-Klassen“ entwickelt. Die Studie ist Teil des Projekts „Interaktive Schule“, das die Bürgerstiftung initiiert hat und dabei von Sponsoren und der Stadt unterstützt wird.
„Die Studie ist für uns Gold wert, denn so erfahren wir, wie sinnvoll der Einsatz von Notebooks in Schulen ist“, sagt Ulrich E. Deissner, Vorstand der Bürgerstiftung. Forschungskoordinatorin Dr. Inga Niehaus spricht von einer glücklichen Fügung, ein Forschungsprojekt quasi vor der Tür gefunden zu haben. „Wir waren auf der Suche nach einem Projekt kurz vor dem Start.“
Das trifft auf die „Notebook-Klassen“ zu. Seit Schuljahresbeginn (wir berichteten) steht in den fünften Klassen des Gymnasiums Raabeschule, dem siebten Jahrgang der Realschule Maschstraße sowie in den Klassen 12 und 13 der IGS Querum für jeden Schüler ein Notebook bereit.
Welche Erwartungen verbinden Schulleiter, Lehrer und Schüler mit dem Einsatz der Notebooks? Welche Medien – Notebook, Zusatzmaterialien oder doch das Schulbuch – werden am häufigsten eingesetzt? Interviews mit Schulleitern, Lehrern und Schülern der drei Schulen mit „Notebook-Klassen“ vor Beginn des Projekts und zum Schuljahresende 2012/2013 sollen Antworten liefern.
„Jüngere Lehrer bringen aus dem Studium erschreckend wenig Erfahrung mit digitalen Lerninstrumenten mit“, nennt Roderich Henrÿ einen Aspekt aus der ersten Runde der Lehrer-Befragung. Bei der Medienbildung bestünden Defizite. Sie sei nicht Teil der Ausbildung, eine Nachbesserung dringend notwendig. Festgestellt worden sei auch, dass jüngere Lehrkräfte selbstbewusster im Umgang mit neuen Medien seien als ältere.
Mit Ergebnissen der Studie rechnet Inga Niehaus Ende des nächsten Jahres. Sie sollen auch in eine Expertise „Bildungsmedien und digitales Lernen“ des Georg-Eckert-Instituts aufgenommen werden. Diese wird dann auch Fachleuten aus Bildungspolitik und -praxis zur Verfügung stehen.
Reden Sie mit: Was halten Sie vom dem Einsatz von Notebooks im Unterricht?
