Das ändert sich, wenn die Gelbe Tonne kommt
Braunschweig In der Stadthalle haben Experten am Mittwochabend die Einführung der Gelben Tonne erläutert und diskutiert. Hier die Antworten auf wichtige Fragen.
Warum wird die Gelbe Tonne eingeführt?
Ab 1. Januar 2015 dürfen Metalle und Kunststoff-Abfälle ohne Grünen Punkt nicht mehr in der Grauen Tonne entsorgt werden. Die Verwaltung hält es für unmöglich, diese Aufgabe mit dem gegenwärtigen System von Wertstoff-Inseln zu lösen. Darum sollen alle Haushalte Gelbe Tonnen erhalten, in denen sämtliche Kunststoff-Abfälle und Metalle entsorgt werden.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Am 20. November soll der Rat einen Grundsatzbeschluss fassen, dann soll mit dem Partner Duales System Deutschland die Aufstellung und Leerung der Tonnen ausgeschrieben werden. Am 1. Januar 2014 soll der Systemwechsel stattfinden.
Wie werden die Gelben Tonnen aussehen?
Sie werden wohl nicht komplett gelb sein, sondern grau mit gelbem Deckel. Es soll sie in zwei Größen geben: 240 Liter, das entspricht der Größe der blauen Papiertonnen, und 1100 Liter. Die Stadtverwaltung will sich beim Partner Duales System Deutschland dafür einsetzen, dass auch 120-Liter-Tonnen angeboten werden.
Was kostet die Gelbe Tonne?
Nichts. Aufstellung und Leerung sind kostenlos. Die 1100-Liter-Tonnen sollen abgeholt werden, die 240-Liter-Tonnen müssen an den Straßenrand gestellt werden.
Für wen wird die Müllabfuhr teurer, wer zahlt weniger?
Indirekt führen die Gelben Tonnen zu einer Gebührenerhöhung bei den Grauen Tonnen. Weil aus ihnen der Plastikmüll verschwindet, besteht überall dort, wo viel Abfall anfällt, die Möglichkeit, kleinere Tonnen zu ordern. Das ist billiger. Dies sorgt aber dafür, dass die Einnahmen der Stadt fallen, während die Kosten sich nicht wesentlich verändern.
Mit Hilfe von Gutachtern hat die Verwaltung errechnet, dass bei 720 Litern Abfall wöchentlich, eine Müllmenge, die etwa 24 Personen verursachen, sich die Umstellung auf kleinere Tonnen lohnt, und sich jährlich etwa 238 Euro sparen lässt. Bei 1620 Litern (54 Personen) sind es 26,30 Euro, bei 2100 Litern (70 Personen) sind es 426 Euro.
Anders sieht es bei 120- und 240-Liter-Tonnen aus. Gutachter stellten fest, dass die Braunschweiger in der Regel ihre Tonnen bis zum Rand füllen (93 Prozent). Da Plastikmüll allerdings nur vier Prozent ausmacht, wird die Müllmenge von Haushalten bis vier Personen nur wenig sinken. Darum können keine kleineren Tonnen geordert werden. Für diese Haushalte soll die Abfall-Gebühr um 3,91 Prozent steigen. Für eine 240-Liter-Tonne, die alle zwei Wochen geleert wird, erhöht sich die Gebühr um 15,16 Euro jährlich.
Was passiert, wenn der Platz für eine zusätzliche Tonne fehlt?
Die Stadt will sich an einer Lösungssuche beteiligen und beraten. Nachbarn sollen sich zum Beispiel eine Tonne teilen können.
Wie oft werden die Gelben Tonnen geleert?
Die 240-Liter-Tonnen sollen alle zwei Wochen geleert werden. Die 1100-Liter-Tonnen wöchentlich.
Was geschieht auf den Wertstoff-Inseln?
Die Container für Glas und Papier bleiben stehen, die für Kunststoffe und Metalle verschwinden.
Reden Sie mit: Wie könnte eine Lösung aussehen, die keine Mehrkosten verursacht?

