Baumängel – Drei Monate Verzug beim Freitzeitbad
Braunschweig Die für Juli 2013 geplante Fertigstellung des Freizeitbades „Wasserwelten“ an der Hamburger Straße verzögert sich um mindestens drei Monate.
Es gibt Baumängel – mit massiven Auswirkungen auf den Zeitplan und den Fortgang der Arbeiten. Die Baumängel hätten Neu-Ausschreibungen von zwei Gewerken erfordert, hieß es gestern auf Anfrage von der Stadtbad GmbH.
Die Vorgeschichte
Bereits in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Probleme mit dem Millionenprojekt gegeben, dessen erster Spatenstich auf den 13. November 2009 datiert.
Was folgte, war ein mehr als einjähriger Baustopp: Am Ende eines Ausschreibungsverfahrens war nur ein Angebot geblieben – und das lag mit 4,8 Millionen Euro rund 20 Prozent über den Vorstellungen der Stadtbad GmbH. Wegen eines Rechtsstreits gegen den Baukonzern ruhte der Bau bis September 2011.
Welche Baumängel gibt es?
Nun gibt es weitere Probleme, massive. Denn bei der Abnahme stellte sich heraus: Erdverlegte Lüftungsleitungen waren von einer Baufirma in „drückendem Wasser“ verlegt worden: Sie wurden beschädigt und mussten neu verlegt werden.
Das Gewerk habe man neu ausschreiben müssen, so die Stadtbad GmbH – was dazu führte, dass auf rund 15 Prozent der Gebäudegrundfläche nicht weitergearbeitet werden konnte. Folge: 20 Prozent des Gebäudes konnten bislang nicht überdacht werden, weil der Unterbau fehlt. Wie es heißt, soll das offene Dach provisorisch winterdicht gemacht werden, damit der Innenausbau bei Frost weitergehen kann.
Grundwasser dringt ein
Damit nicht genug. Große Probleme gibt es derzeit wegen einer undichten Stahlbetonsohle im Schwimmbecken, die erneuert werden muss: Im Becken selbst haben sich große Mengen Grundwasser gesammelt. Provisorisch versuche man derzeit, durch eine Dämmung den Wasserspiegel im Becken abzusenken, um den Stahlbeton entfernen zu können.
Auswirkungen auf Baukosten?
Noch unklar ist, welche Auswirkungen die von Baufirmen verursachten Pannen auf die Gesamtkosten des Projektes haben werden, das mit 26,1 Millionen Euro veranschlagt ist. Das Sport- und Freizeitbad war seit Anfang der 1990er Jahre geplant. Im Februar 2007 ist der Bau vom Rat der Stadt beschlossen worden.
Auf rund 30000 Quadratmetern werden die Besucher nach Angaben des Betreibers ein „luftig-helles Bad mit großzügigem Außenbereich mitten in der Natur erleben.

