Bäderfrage soll wieder im Rat diskutiert werden
Braunschweig Die Ratsfraktion der Grünen will den Bedarf an Schwimmbädern analysieren lassen bevor Stadtteilbäder geschlossen werden.
Dass es in ihrem Antrag nicht nur um das Freibad in Waggum geht, stellte Gerald Heere, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen-Ratsfraktion, sofort klar. „Uns geht es darum, die gesamte Bädersituation in Braunschweig zu betrachten, um zu sehen, ob das Angebot ausreicht, wenn der Ratsbeschluss von 2007 umgesetzt wird, oder ob man nochmal tätig werden muss“, sagte er.
Laut bestehendem Beschluss werden die teils sanierungsbedürftigen Stadtteilbäder, darunter auch das Freibad in Waggum, zugunsten des im Bau befindlichen Erlebnisbades an der Hamburger Straße geschlossen. Die Grünen wollen nun die Verwaltung auffordern, durch eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im Rahmen des Sportentwicklungsplanes herauszufinden, welche Bedarfe in Bezug auf die Bädersituation bestehen. Währenddessen soll der Beschluss von 2007 ausgesetzt werden. Im Hinblick auf das Freibad in Waggum soll die Verwaltung laut Antrag der Grünen Zahlen zur Sanierung auf den Tisch legen. Zwar müsse man das bürgerschaftliche Engagement in Waggum ernst nehmen, dürfe aber auch die Kosten nicht aus den Augen verlieren. „Wir wollen kein Fass ohne Boden aufmachen“, sagte Heere.
SPD und CDU wollen den Antrag in der vorgelegten Form nicht unterstützen. „Den Beschluss auszusetzen würde bedeuten, das Erlebnisbad nicht eröffnen zu können“, sagte Manfred Pesditschek, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. In Bezug auf das Freibad Waggum sei es unnötig, die Kosten für die Sanierung zu erheben: „Wir wollen nicht umfassend sanieren, sondern das Bad weiterbetreiben. Das ist etwas komplett anderes.“
Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Ratsfraktion Klaus Wendroth sagte, man werde den Antrag in der Fraktion diskutieren, allerdings sei eine Aussetzung des bestehenden Beschlusses nicht annehmbar. „Wenn durch die Analyse nicht völlig andere Fakten als bisher auf den Tisch kommen, gibt es keinen Grund den bisherigen Beschluss infrage zu stellen“, sagte er. „Wünschenswert wäre natürlich für jeden Bürger in jedem Stadtteil ein Bad zu haben, aber es muss jeder verstehen, dass das nicht finanzierbar ist.“
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