Aus dem Tollhaus: Litfaßsäule mitten auf dem Radweg
Braunschweig Radfahrer zwischen Rüningen und Geitelde reiben sich die Augen – die Verwaltung reagiert: Schnell kommt die Litfaßsäule wieder weg.
Wer in Braunschweig unterwegs ist, begegnet auf Radwegen verschiedensten Hindernissen: Leitungsmasten, Schildern, Bäumen oder parkenden Autos. Auf der Rüningenstraße kommt ein Neues hinzu: eine Litfaßsäule.
Ein Anwohner aus Geitelde, der namentlich nicht genannt werden möchte, lieferte unserer Redaktion den Hinweis: Seit knapp zwei Wochen stehe an der Rüningenstraße in Höhe Dieselstraße eine Litfaßsäule – und zwar mitten auf dem Radweg.
Zweimal täglich radelt der Geitelder an dieser Stelle vorbei und hat bereits beobachtet, wie Radfahrer darauf reagieren. „Viele fahren den Bordstein runter auf die Fahrbahn. Das ist auf der vielbefahrenen Straße nicht ungefährlich“, berichtet er.
Und: Durch die Litfaßsäule werde der Radweg als solcher gar nicht mehr wahrgenommen. Oft nutzten Autofahrer ihn als Parkfläche. Kurzum: „Das Ganze kommt mir vor wie ein Schildbürgerstreich.“
Auch Bezirksbürgermeister Jürgen Buchheister nahm das Hindernis verwundert zur Kenntnis. Die Radfahrer könnten aus Rüningen kommend theoretisch auch nach rechts auf den Fußweg ausweichen. Doch das entsprechende Schild, das ihnen dessen Nutzung erlaubt, sei fälschlicherweise erst einige Meter hinter der Litfaßsäule platziert.
Grundsätzlich sei die Verbindung von Rüningen nach Geitelde durch den im Mai dieses Jahres eröffneten neuen Radweg gut – bis auf das Nadelöhr an der Brücke, an dem die Radfahrer die Seite wechseln müssen. „Aber damit gibt es offenbar kein Problem“, sagt Buchheister. Kritischer beurteilt er die Sache mit dem rollenförmigen Hindernis. „Natürlich kann man einen Radweg nicht beenden, indem man eine Litfaßsäule aufstellt“, erklärt er.
Die Stadtverwaltung gibt ihm auf BZ-Anfrage Recht. Die Litfaßsäule sei im Zuge von Bauarbeiten entfernt worden. Die Ströer Deutsche Städte Medien GmbH habe sie jetzt wieder aufgestellt, allerdings – ohne Absprache mit der Stadtverwaltung – an ungeeigneter Stelle. Das Hindernis werde umgehend abgesichert, kurzfristig entfernt und ein geeigneter Standort gesucht, heißt es aus dem Rathaus.

