52-Jähriger half bei Festnahme eines Trickbetrügers
Braunschweig Auf einen Schockanruf fiel ein 52-Jähriger am Dienstag nicht herein. Stattdessen hielt er einen der Täter fest.
Dem umsichtigen und mutigen Verhalten eines 52-Jährigen ist es zu verdanken, dass die Polizei am Dienstag einen 21-jährigen mutmaßlichen Trickbetrüger festnehmen konnte, der bereits bundesweit mehrmals einschlägig in Erscheinung getreten ist.
Ein angeblicher Anwalt hatte den 52-jährigen Mann aus der Weststadt am Dienstagmittag angerufen und vorgetäuscht, dass dessen Sohn im Ausland einen Unfall verursacht hätte. Gegen Zahlung von 22 000 Euro könne man sich ohne Polizei einigen. Der Angerufene wurde sofort misstrauisch, da er in der Zeitung von solchen Tricks gelesen hatte und sein Sohn zudem kein Auto fährt.
Zum Schein ließ sich der Mann auf die Forderung ein und hielt den Anrufer im Gespräch, bis einige Zeit später der angekündigte Geldabholer erschien. Diesen versuchte der 52-Jährige bis zum Eintreffen der inzwischen alarmierten Polizei festzuhalten.
Der Geldabholer schaffte es jedoch, sich loszureißen und konnte trotz Verfolgung zunächst flüchten. Allerdings musste er eine Tasche mit Hinweisen auf seine Person in dem Taxi zurücklassen, mit dem er gekommen war.
Nach einer sofort ausgelösten Fahndung konnte der Gesuchte gegen 16 Uhr von Beamten der Bundespolizei im Braunschweiger Hauptbahnhof festgenommen werden.
Der Beschuldigte wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft am zweiten Weihnachtstag einer Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den dringend Verdächtigen in Untersuchungshaft nahm.
Die Polizei vermutet, dass es sich bei dem Festgenommenen um ein Mitglied einer organisierten Bande handelt, die mit sogenannten Schockanrufen Mitbürger in russischer Sprache kontaktieren und eine Notsituation vortäuschen, um an Geld zu gelangen.
Bereits am Heiligabend hatten sich zwei Familien bei der Polizei gemeldet, die ähnliche Anrufe erhalten hatten, aber ebenfalls nicht darauf hereingefallen waren.
Die Polizei schließt nicht aus, dass es weitere Geschädigte gibt und bittet diese, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0531/476 2516 zu melden.

