105 Millionen Euro für Klinikum Salzdahlumer Straße
Braunschweig Das Krankenhaus plant zwei neue fünfstöckige Bettenhäuser. Haupteingang und Besucher-Parkplatz sollen südlich an den Fichtengrund verlegt werden.
In einem der derzeit größten Bauprojekte Braunschweigs geht es um nichts weniger als um die „Gesamtmodernisierung des Krankenhauses“, wie Helmut Schüttig, Geschäftsführer des 1400-Betten-Hauses, betont. Rund 220 Millionen Euro Landes- und Krankenhausgelder sollen bis 2020 in die Konzentration des Großkrankenhauses auf seine beiden Standorte Salzdahlumer Straße und Celler Straße fließen.
Kurze Wege, die Bildung medizinischer Zentren, eine zentrale Notaufnahme und flexibler Betten-Einsatz sollen das Klinikum in Zeiten des Bettenabbaus bei steigenden Patientenzahlen medizinisch wie wirtschaftlich zukunftsfähig halten.
Nach Abschluss des 76,2 Millionen Euro teuren ersten Bauabschnitts mit Schwerpunkt Celler Straße soll der Fokus im zweiten Bauabschnitt auf dem weiteren Ausbau des Standorts Salzdahlumer Straße liegen. 105 Millionen Euro hat das Klinikum dafür beim Land beantragt. Über den Eigenanteil des Klinikums, so Schüttig, werde noch verhandelt.
Ein Funktionstrakt mit zentraler Notaufnahme, Operationstrakt und Zentralsterilisation ist an der Salzdahlumer Straße bereits in der ersten Bauphase entstanden. Auch ein neuer Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach nahe der Notaufnahme soll in Kürze in Betrieb gehen.
Im zweiten Bauabschnitt steht als Hauptprojekt ab 2014 der Neubau zweier fünfstöckiger Bettenhäuser an, die Platz für den Einzug neuer Kliniken schaffen. 2017 hofft Schüttig auf den Umzug von Kinderklinik, Unfallchirurgie und Hals-, Nasen-, Ohrenklinik von der Holwedestraße an die Salzdahlumer Straße. Der Komplex an der Holwedestraße soll wie das bereits geräumte Areal an der Gliesmaroder Straße verkauft werden. Die Erlöse fließen in die Finanzierung des Großprojekts.
Mit dem Einzug der Unfall- wie der Kinderklinik wird es an der Salzdahlumer Straße eine zentrale Notaufnahme für alle Patienten – Erwachsene wie Kinder – geben.
Nicht alle ursprünglichen Ideen werden realisiert. „Man muss sich die Freiheit nehmen, neu zu denken“, sagt Schüttig neun Jahre nach der ersten Zielplanung.
Vom Tisch ist ein Mutter-Kind-Zentrum samt Kinder- und Jugendklinik an der Celler Straße. Ein neonatologisches Zentrum für Frühgeborene mit Intensivstation gibt es dort bereits seit 2007. Für Kinder und Jugendliche dagegen bietet die Nähe zu anderen Spezialisten aus Kinder- und Unfallchirurgie oder der HNO-Klinik aus Expertensicht mehr Vorteile. Ob Bauchweh oder Beinbruch – der Weg wird künftig in allen Fällen an die Salzdahlumer Straße führen.
Ein weiterer Wunsch des Klinikums, der nur über Stiftungs- oder Spenden zu realisieren sein wird: ein Elternhaus, wie es sie an großen Kliniken bereits gibt. Gedacht ist ein solches Haus für Eltern, deren zum Beispiel an Krebs erkrankte Kinder über längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Eine Planänderung zeichnet sich auch beim Thema Krankenhaus-Bunker an der Celler Straße ab: Ein Abriss, wie mit dem Bund vereinbart, wäre teuer und aufwendig, fürchtet der Klinikum-Geschäftsführer. Zurzeit werde darüber verhandelt, ob es weiter als Lager benutzt werden könne.
Auch das Vorhaben, den Haupteingang des Klinikums Salzdahlumer Straße Richtung Süden zu verlegen, findet sich in den ersten Plänen noch nicht. Schüttig verspricht sich davon eine bessere Erschließung des Gebäudes und eine Entzerrung des Verkehrs. Besucher biegen sogleich in den Fichtengrund ab und geben damit den Weg für Rettungswagen zur Notaufnahme frei. Der jetzige Besucher-Parkplatz soll Mitarbeiter-Parkplatz werden.
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