1:4 - VfL blamiert sich, Gladbach jubelt
2011-08-19T22:31:00+0200Ganz schwacher Auftritt der Wolfsburger – Nach Führung setzt es eine derbe 1:4-Klatsche – Abwehr konfus
Durch eine katastrophale Abwehrleistung hat der VfL Wolfsburg am Freitag 1:4 (1:3) gegen Borussia Mönchengladbach verloren - trotz einer 1:0-Führung durch Makoto Hasebe.
Es hätte die kurzzeitige Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga für die „Wölfe" sein können, doch es wurde eine Blamage. Die schon vergessen geglaubten Unsicherheiten kehrten wieder zurück, die Abwehr war ein Torso, das Mittelfeld ideenlos gegen starke Gastgeber.
Die neue Wolfsburger Trikotwerbung mochte nicht so recht passen: Up heißt der neue Kleinwagen von Sponsor VW, doch für den VfL ging es weder nach oben, noch präsentierte er sich wendig und effizient.
Neuzugang Hitzlsperger spielte im linken Mittelfeld
Patrick Ochs musste wegen anhaltender Oberschenkelprobleme passen, gleich in der Startelf stand dagegen Neuzugang Thomas Hitzlsperger – als ein Fremdkörper. Wie von Trainer Felix Magath bereits zart bei der Vorstellung des 29-Jährigen angekündigt, spielte er im linken MIttelfeld. Der Coach verabschiedete sich zudem vom System mit Doppelsechs im Mittelfeld, das dem VfL zuletzt defensiv Sicherheit gegeben hatte und setzte eher auf eine Art 4-1-3-2.
Die erste überlegt gespielte Kombination der Gäste bescherte ihnen gleich den Führungstreffer. Patrick Helmes spielte quer auf Christian Träsch, der für Hasebe ablegte. Aus 17 Metern traf er per Flachschuss (12. Minute). Stabilität brachte das Tor nicht. Kjaer rutschte am eigenen Sechzehner aus, schenkte den Ball an Raul Bobadilla her. Dessen Querpass versenkte Marco Reus freistehend zum 1:1-Ausgleich (15.).
Dass Magath den am Oberschenkel verletzten Hasan Salihamidzic nach etwa 20 Minuten durch Michael Schulze ersetzte, brachte auch keinen Wackelkandidaten weniger auf dem Feld. Die Viererkette ließ sich immer wieder mit einem einzigen Pass ausschalten.
Borussia war im Rausch, 43.000 Zuschauer tobten
Bundesliga-Frischling Schulze war dann gegen den quirligen Reus auch noch zu ungeschickt. Den etwas schmeichelhaften Strafstoß verwandelte Filip Daems platziert zum 2:1 für Gladbach (32.). Die zu diesem Zeitpunkt hochverdiente Führung, noch einmal ausgebaut durch einen Kopfballteffer von Bobadilla nach einem von Marcel Schäfer unglücklich verlängerten Eckball (45.).
Borussia war im Rausch, VfL-Torwart Diego Benaglio oder der Pfosten mussten stellenweise im Minutentakt retten. Die gut 43000 Zuschauer tobten.
Erst recht, als Reus per Direktabnahme nach einem genialen Spielzug auch noch das vierte Tor erzielte (67.). Wolfsburg war nun noch lebloser als zuvor, ließ Chance um Chance zu.
Einziger Lichtblick scheint für den VfL derzeit der Transfermarkt zu sein, auf dem Magath noch Aktivitäten angekündigt hat. In der Form von diesem Freitag wird das Team nähste Woche in Freiburg kaum besser dastehen.

