Neues Klassik-Festival von jungen Leuten für junge Leute
Braunschweig Zwei gebürtige Helmstedter organisieren das Festival „Jung, klasse, Klassik“ mit aufstrebenden Ensembles in der Region Braunschweig.
Der 30-jährige Christopher Nimz und die sechs Jahre jüngere Anne Heinemann aus dem Kreis Helmstedt kennen sich seit ihrer Schulzeit. Beide spielten in einem Posaunenchor, in der Musikschule Helmstedt und später im Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester.
Auch heute noch widmen sie sich gemeinsam der Klassik – neuerdings in Form des Festivals „Jung, klasse, Klassik“, mit dem sie vor allem junge Leute erreichen wollen. Am Sonntag eröffnen sie die erste Saison mit sechs Konzerten im Braunschweiger Land und einer Bandbreite von Orchester bis Jazz-Ensemble.
„Wir wollen uns nicht nur auf Klassik festlegen“, sagt Anne Heinemann. Christopher Nimz stimmt zu: „Die Konzerte haben kein einheitliches Profil. Was sie ausmacht, sind die jungen, aber professionellen Ensembles am Anfang ihrer Karrieren.“
Zusammen mit anderen Künstlern wird auch Anne Heinemann bei dem Eröffnungskonzert in Braunschweig mit ihrer Trompete zu hören sein. Nach dem Trompeten-Studium in Hamburg will sie Profi werden. Nimz spielte früher Posaune. Nach einem Studium in Hannover und London hat er das Instrument aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben und widmet sich nun dem Kulturmanagement.
Sie lebt in Hamburg, er in Berlin. Trotz der Distanz haben sie alles gemeinsam organisiert – sie haben die Künstler ausgewählt, betreiben Werbung, haben sich auch den Namen selbst ausgedacht.
„Die Idee eines Festivals ist länger in unseren Köpfen gereift.“ Jetzt sehen sie sich mit einem Budget von 40 000 Euro dank vieler Sponsoren auf der sicheren Seite. „Wenn alles gutgeht, machen wir vielleicht ein Plus, aber im Grunde verdienen wir nichts mit den Konzerten“, sagt Christopher Nimz. Ihr Ziel bestehe hauptsächlich darin, Künstler zu fördern und jungen Menschen die klassische Musik näher zu bringen.
Diese Zuversicht begründet Anne Heinemann so: „Da wir und die Mitglieder der Ensembles selber jung sind, fällt es Jugendlichen auch leichter, sich mit uns zu identifizieren.“ Mit der Band Sonus Brass Ensemble wollen die beiden Organisatoren auch bei der Musik-Vermittlung in der Schule aktiv werden. „Wir wollen dabei natürlich auch langfristig ein Publikum gewinnen“, sagt Anne Heinemann.
Bei dem abnehmenden Interesse an klassischer Musik stellt sich die Frage nach den Erfolgschancen eines weiteren Festivals. Nimz und Heinemann sind trotzdem optimistisch. „Ein Festival, wie wir es nun bieten, hätten wir uns früher auch gewünscht. Das war auch unser Antrieb: Klassik-Konzerte ohne lange Fahrten und hohe Preise zu ermöglichen“, meinen sie.
Die jungen Klassik-Enthusiasten überlegen zudem, das Festival auf Wolfsburg auszudehnen. Vorerst veranstalten sie es aber in Braunschweig, Helmstedt, auf Burg Warberg und in Groß Steinum.



