Kinofilm „Banklady“ wird in Helmstedt gedreht
Helmstedt Gisela Werler sorgte mit 19 Banküberfällen in den 60er Jahren für Schlagzeilen. Für die Verfilmung ihrer Geschichte werden noch Komparsen gesucht.
Der Fall hielt Mitte der 1960er Jahre die Bundesrepublik in Atem. Zweieinhalb Jahre narrte ein Verbrecherduo die Polizei und überfiel 19 Banken in Norddeutschland. Einer der Ganoven war – eine Frau! Die erste Bankräuberin der Republik! Ein mordsgefährliches, explosives Vollweib, so phantasierte sich die Boulevardpresse die Frau hinter den wechselnden Maskierungen zurecht. „Polizei fasste ,Bank-Lady’ beim bisher größten Coup“ titelte unsere Zeitung schließlich im Dezember 1967, als Gisela Werler und ihr Partner Hermann Wittorff endlich geschnappt wurden.
Diesen finalen Überfall mit vier Verletzten, der tatsächlich in Bad Segeberg stattfand, werden Regisseur Christian Alvart („Fall 39“) und Kameramann Ngo The Chau im Juli in der Helmstedter Innenstadt drehen. Ein leerstehender Supermarkt werde zur Sparkassenfiliale umgebaut, erzählt Sabine Wildemann, die Producerin von „Banklady“.
Nicht der einzige Drehort in Helmstedt und Umgebung. Auch in Offleben und Schöningen werden Banküberfälle inszeniert, Außenaufnahmen auf Landstraßen gedreht. Und die Hausmeisterwohnung einer aufgegebenen Pumpfabrik in Helmstedt werde zum bescheidenen Elternhaus der Gisela Werler umgestaltet, sagt Producerin Wildemann.
So mondän war sie nämlich gar nicht, die „Banklady“. Sie stammte aus bescheidenen Verhältnissen, arbeitete als Verkäuferin und wohnte noch mit 30 bei ihren Eltern in Hamburg. Dann verfiel sie dem verschuldeten Unternehmer Wittorf, der bereits zwei Banken überfallen hatte. Zunächst stellte sie ihr Zimmer als Versteck für die Beute zur Verfügung. Dann überfiel sie im Juli 1965 erstmals selbst eine Filiale.
Zweieinhalb Jahre später wurde das Duo verhaftet. Wittorf musste 13 Jahre in Haft, Werler 9. Sie heirateten im Gefängnis. 1985 überfiel Wittorf erneut eine Bank, seiner Frau konnte keine Beteiligung nachgewiesen werden. Sie starb 2003.
„Wir wollen keine Dokumentation drehen, sondern Popkorn-Kino, ein richtiges Action-Liebes-Drama“, sagt Sabine Wildemann. Und warum gerade in Helmstedt? „Weil die niedersächsische Filmförderung das Projekt unterstützt. Und weil wir dort noch viele Ecken entdeckt haben, die zu einem Film über die 60er Jahre passen.“
Für die Dreharbeiten werden noch Statisten ab 16 Jahren gesucht. Sie können ohne Anmeldung am Casting am Mittwoch, 16. Mai,von 14 bis 20 Uhr, am Juliusplatz 1 in Helmstedt teilnehmen. Mehr Infos unter www.damm-casting.de. Dort kann man sich auch online bewerben.
Weil der Film in den 60er Jahren spielt, sollten Frauen keine Strähnchenfrisuren tragen und Männer keine sehr langen Haare, aber auch keine neumodischen Stoppelfrisuren. Die übliche Komparsengage beträgt pro Drehtag steuerfreie 60 Euro.

