Anstiftung zum Stiften
Braunschweig Die Staatstheater-Stiftung hat ihr Kapital auf 228 000 Euro gesteigert. Von den Zinsen unterstützt sie besondere Projekte. Weitere Stifter willkommen.
Auch ein Staatstheater-Etat ist endlich, und die Anforderungen steigen. Große Oper, aktuelles Schauspiel, packender Tanz sollen geboten werden, und das alles zusätzlich speziell für junge Leute. Außerdem Kulturvermittlung, ästhetische Erziehung, Bildung – mehr als ein Universitätsprofessor für Subventionsstreichungen ahnt.
Darum braucht ein Theater Freunde wie die seit 40 Jahren bestehende Gesellschaft der Staatstheaterfreunde in Braunschweig. Und seit 2005 gibt es zudem die Stiftung für das Staatstheater Braunschweig. Das damalige Grundkapital betrug 25 000 Euro, inzwischen sind es 228 000, so konnte Stiftungsvorsitzender Dietrich Fischer nun verkünden.
Er stellte auch den neuen Vorstand vor. Statt Thomas Fehrle, der Verwaltungsdirektor der Deutschen Oper Berlin wurde, ist die neue Verwaltungsdirektorin Claudia Schmitz im Amt. Für Peter-Jürgen Schneider rückt Gernot Tartsch in das Gremium, lange Jahre Leiter der Gaußschule und Mitglied des Staatstheater-Verwaltungsausschusses.
Prinzip einer Stiftung ist, dass das Stiftungskapital nie selbst angetastet wird, sondern nur die Zinsen zur Verfügung stehen. 2012 sind das 35 000 Euro. Das Theater konnte so ein Jugendstück über Till Eulenspiegel in Auftrag geben, das am 18. Februar uraufgeführt wurde. 2011 wurde das Fast-Forward-Festival für europäische Nachwuchsregisseure unterstützt, zuvor die „Tanzwelten“. „So hilft uns die Stiftung gerade an Punkten, die unserem Haus besonderes Profil geben“, sagte Generalintendant Joachim Klement.
Für Fischer ist wichtig, dass die Projekte eine Ausstrahlung haben, die neue Stifter anzieht. Darum wünscht er sich demnächst ein Musiktheater-Projekt. „Wir vertrauen den Vorschlägen des Staatstheaters, aber wir dürften auch ablehnen“, betonte er. Die Stifter selbst sind an den Entscheidungen nicht beteiligt. „Aber wer sich mit 5000 Euro ins Kuratorium einkauft, kann Einfluss nehmen“, erklärte Kuratoriumsvorsitzende Beate Kirchner.
Infos unter (0531) 12 34 401.
