Sunrise Avenue - Fünf Finnen rockten Braunschweig
Braunschweig "I don't dance" heißt einer ihrer größten Hits. Getanzt wurde in der ausverkauften Stadthalle beim Konzert von Sunrise Avenue dennoch kräftig.
Popmusik aus Finnland. Na klar, da muss ein Hauch Melancholie mitschwingen. Ist doch das Land, das für träumerische Landschaften, kurze Tage und eine hohe Suizidrate steht. Aber Schluss mit den Assoziationen. Sunrise Avenue ist ganz anders. Die Band sorgte am Freitagabend in der Braunschweiger Stadthalle nur für eines: Spaß, Stimmung, gute Laune.
Sunrise Avenue - alleine bei dem Namen denkt jeder an das goldene Kalifornien, an Strände und an dieses wunderschöne Gefühl der Freiheit. Frei haben sich die Finnen nach ihrer Gründung 2002 auch gefühlt. Nur, dass sich keiner für ihre Musik interessierte. Bei mehr als 100 Produzenten blitzten sie ab. Bis ein eingefleischter Fan der Band sein Haus verkaufte, um die Gruppe finanziell zu unterstützen und die Aufnahme eines Studioalbums zu ermöglichen.
Es sind diese netten Geschichten, die eine Band interessant machen. Aber sie spielen keine Rolle mehr, wenn es live zur Sache geht. Sind ausgeblendet, wenn das Publikum voller Erwartungen ist. So war es auch in der Braunschweiger Stadthalle, die schon Wochen zuvor ausverkauft war. Es ging nur um das Wesentliche, die Musik und die Show. Als die Suomi-Jungs die Bühne betraten, war auch der affektierte Auftritt der Vorband schnell vergessen.
Zum Auftakt legten die Finnen zunächst rockig los. Der melodische Hit "Forever yours" hinterhergeschoben - und schon gehörte die Halle ihnen. Wenig später ragten aus einem dichten Publikumsmeer nur noch wild klatschtende Hände heraus, als die Band "I don't dance" anstimmte. Wer glaubt, dass nur weibliche Teenager begeisternd vor sich hin kreischten, liegt falsch. Die Fanbasis von Sunrise Avenue durchzieht offensichtlich beide Geschlechter und mehrere Generationen.
Drei Studio-Alben haben Sunrise Avenue bereits veröffentlicht. Die Songs sind eingängig, wenngleich der Sound insgesamt recht gitarrenlastig wirkt. Eher unnötige Abwechslung bietet das Quintett in der Mitte des Konzerts mit einem Medley alter und aktueller Chart-Hits verschiedenster Interpreten. Aber selbst das findet die Zustimmung der 3000 Fans, die im - bis auf die Seitenemporen - unbestuhlten Saal begeisternd mittanzen.
Bald darauf werden hauptsächlich die Stimmbänder des Publikums in Bewegung gesetzt. Bei "Fairytale gone bad" unterstützt das Publikum Sänger Samu Haber nicht nur beim Refrain. Der Song, der Sunrise Avenue berühmt machte, wird durch Lichteffekte besonders aufwändig in Szene gesetzt. Den Schlusspunkt bildet der Chartstürmer "Hollywood Hills" und weckt wieder Assoziationen. Zugabe? Na klar.



