Das etwas andere Orchester aus England
Wolfsburg The Ukulele Orchestra begeisterte mit Virtuosität und britischem Humor 600 Zuschauer im Wolfsburger Theater.
Korrekt? Ja, dieses Orchester kommt aus London. Und ein britischer Musiker trägt eben Smoking, dazu eine Fliege. Steif? Keine Spur. Diese acht Instrumentalisten und Sänger flegeln ungeniert auf ihren Stühlen, stehen auf, telefonieren mal eben mit Mama, reden dazwischen. Das Publikum ist amüsiert. Zwischenbeifall immer wieder am Mittwochabend im Theater Wolfsburg. Und Lachen, lautes Lachen.
Aber das gehört sich doch nicht! In einem klassischen Konzert! Stimmt. Aber das Ukulele Orchestra of Great Britain gibt gar kein klassisches Konzert. Es spielt, was ihm gefällt und wie es den beiden Musikerinnen und sechs Musikern gerade einfällt. Ganz wild, enthusiastisch gesteigert interpretieren sie die Geschichte vom „Pinball Wizzard“ aus der Rockoper „Tommy“ von The Who, verzerren mal eben eine ach so liebliche Sonate von „George“ (Friedrich Händel), stimmen ein schwedisches Volkslied an oder mixen Popsongs.
Sie sind Musiker, die ganz sauber intonieren, die mit nur einem Instrument alles ersetzen, was sonst für Melodielinien oder Rhythmusteppich steht. Exzellente Musiker sogar, denen es gelingt, diese kleine Gitarre aus Hawaii orchestral einzusetzen.
Geschulte Stimmen, dunkel, kraftvoll, mit rauem Timbre, haben sie. Kein falscher Ton, keine Patzer. Schräg nur, wenn gewollt. Denn sie sind auch Komödianten, die mit britischem Understatement intelligenten Humor machen. Ebenso gekonnt.
Da spielen sie plötzlich zu sechst auf einem dieser kleinen Instrumente. Bis die stoische Kollegin mit Kopftuch es ihnen abrupt entreißt. Die Ukulele ist eben ein hüpfender Floh, so die Übersetzung des Begriffs aus Hawaii, wo aus der portugiesischen Braguinha die Ukulele wurde. 600 Zuschauer feierten das Ukulele Orchestra so amüsiert wie begeistert. Es gab drei Zugaben.
