Fit in Klassik, Romantik und Jazz

Die Braunschweiger Musikschultage erlebten einen brillanten Auftakt.

Der Trompeter Friedemann Schulz-Klingner, animiert vom Dirigenten Knut Hartrmann.

Foto: Peter Sierigk

Der Trompeter Friedemann Schulz-Klingner, animiert vom Dirigenten Knut Hartrmann. Foto: Peter Sierigk

Eine festliche Leistungsschau war das Konzert anlässlich der Eröffnung der Braunschweiger Musikschultage 2014. Volle Ränge in der Stadthalle, ein motiviertes Orchester mit Knut Hartmann am Pult, hervorragende Solisten, beste Voraussetzungen also für einen informativen und unterhaltenden Einblick in die Jugendarbeit der vielen professionellen Musikerzieher.

Zu Beginn das Trompetenkonzert von Johann Baptist Georg Neruda (1707-1780) mit Friedemann Schulz-Klingner. Neruda hat ein gefälliges Stück im Stil der Vorklassik geschrieben, melodisch eingängig, voller harmonischer Wendungen.

Und so spielt es der Trompeter Friedemann Schulz-Klingner mit sicherem Ansatz, in moderatem Tempo und sicherem technischen Zugriff. Gefühlvoll phrasiert im Largo, ist das muntere Finale ein Stück unbeschwerten Musiziervergnügens.

Während das Orchester hier unauffällig, doch solistendienlich begleitet, sind die Anforderungen im 2. Jazz-Concertino für Klavier und Orchester von Ulrich Kallmeyer, Jahrgang 1963, höher.

Der Komponist hat ein Werk in der traditionellen Form mit Anklängen an unterschiedliche Stile geschrieben. Voller Esprit vollzieht er den Dialog zwischen der Solistin, der Spohr-Jugendmusikpreisträgerin Tsuzumi Namikawa am Flügel, und dem Orchester. Prachtvoll glitzern die Tonkaskaden, eingebettet in weichen Streicherklang. Dann wieder dominieren Big-Band-Sound und Jazziges, akzentuiert von krachenden Drums und eleganten virtuosen Einwürfen von der fröhlich swingenden Solistin Tsuzumi.

Ein eindrucksvoller Beweis für die hohe Qualität von Einzel- und Ensemblespiel. Auch im Finalsatz souveräner Wechsel zwischen lyrischen Passagen und Abschnitten voll von weitausgreifendem schwelgerischem Pathos.

Als letztes Werk erklingt die 6. Sinfonie von Anton Dvorák (1841-1904). Es wurde eine beglückende Wiedergabe! Besonders beeindruckten die jungen Künstler mit ihrem Verständnis für die romantische Musiksprache des Böhmen. Da singen Oboe und Klarinette gemütvoll vom dörflichen Leben, schwingen sich die Streicher zu jubelnder Emphase auf.

Derb und tanzselig poltern Blech und Pauke im Furiant, und im Finale vereinigt sich das Orchester zu vitaler Lebens- und Musizierfreude. Ein wunderbarer Auftakt für die Musiktage.

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