Mein süßes Frankreich

Braunschweig  „Das schöne Leben“ gewinnt beim Filmfest.

Ein Junge (Zacharie Chasseriaud) sucht seinen Weg.

Foto: Martin Jasper

Ein Junge (Zacharie Chasseriaud) sucht seinen Weg. Foto: Martin Jasper

Da ist es wieder, das Europa abseits der Metropolen, der Ballungszentren, der achtspurigen Autobahnen, der betonierten Vorstädte und Supermarktketten. Da ist es noch, das Europa der geduckten Bergdörfer, der Schafe und Schäferhunde, der feuchten Wiesen, der unberührten Bergpanoramen, der glitzernd mäandrierenden Flüsse, der Pferdefuhrwerke im Nebel, des Holzhackens im Regen.

Warum hat der eher unspektakuläre Film „The Good Life“ beim Braunschweiger Filmfest den Publikumspreis „Heinrich“ gewonnen? Vielleicht, weil sich die Europäer nach den Resten des Ursprünglichen in ihrem über- völkerten Kontinent sehnen. Weil der Franzosen Jean Denizot in seinem Film la douce France noch einmal aufklingen lässt, das süße Frankreich, wie es Charles Trenet einst in seinem sentimentalen Chanson besang.

Und das heißt natürlich auch: das süße Mädchen.

Es ist die durchaus dramatische Geschichte eines Vaters, der nach der Trennung von seiner Frau die beiden Söhne in die Pyrenäen entführt und von der Polizei gesucht wird. Ein Sohn haut ab, mit dem anderen entwickelt sich eine Huckleberry-Finn-mäßige Flucht übers Wasser. Bis eben die zauberhafte Anglerin den hübschen Jungen einfängt. So eine unwiderstehliche jugendzarte Liebe kann man nicht beschreiben. Die muss man erleben.

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